Fernseher Test

Viele Deutsche gucken noch in die Röhre. Das ist auch verständlich: Fernsehgeräte mit der altbewährten Technik kosten weniger als die modernen Flachen und machen ein gutes Bild. Doch spätestens seit der Internationalen Funkausstellung promoten die Hersteller vor allem Plasma- und LCD-Geräte. Davon sollte sich aber niemand unter Zugzwang setzen lassen: Trotz der mit Abstand höchsten Preise schaffen die drei Flachen im aktuellen Test nur flaue Kontraste und schwache Farben. Einzig durch geringen Stromverbrauch und wenig Strahlung konnten sie überzeugen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Produktfinder Fernseher.

Wenig Bild für viel Geld

Drei Flachmänner traten im Test gegen dreizehn dickliche Röhrengeräte an. Vom Preis her gesehen müssten sie klar vorne liegen: Sie kosten zwischen 2 300 und 2 830 Euro - also ungefähr doppelt so viel wie die getesteten Röhrengeräte. Doch die Leistung stimmt im Verhältnis zum Preis überhaupt nicht: Sie haben nur eine Bilddiagonale von circa 56 Zentimetern. In der Bildqualität hinken sie den meisten konventionellen Apparaten hinterher. Und das Pixelbild lässt sich nicht von jedem Winkel aus gleich gut sehen. Wer von der Seite auf den Bildschirm schaut, sieht auf einmal andere Farben und insgesamt ein dunkleres Bild. LCD-Fernseher schwächeln auch bei schnellen Bildern: Die Pixel wechseln etwa bei Fußballspielen oder Actionfilmen von einer Farbe zur nächsten nicht ausreichend schnell. Das Bild verschwimmt. Fernsehgucker mit LCD-Neigung sehen am klarsten mit dem Panasonic TX-22LT2F. Nur der Preis trübt das Bild. Das Panasonic-Modell ist das teuerste unter den LCD-Geräten.

Teuer, aber sparsam

Wenn die LCD-Geräte ihre Kinderkrankheiten überwunden haben und dazu noch günstiger werden, gehört ihnen wohl dennoch die Zukunft. Schon jetzt zeigen sie mit geringem Stromverbrauch der Röhre, wo der Weg hingehen muss. Außer an ihrem Leichtgewicht und ihrer Platz sparenden Bauart erfreuen sich LCD-Fans auch an ihrer Flimmer- und Strahlungsfreiheit. Der Fernsehsessel kann direkt vor den Flachbildschirm platziert werden. Bei Röhrengeräten sollten auf jeden Fall ein paar Meter dazwischen liegen. Dennoch: LCD-Bildschirme müssen sich weiterentwickeln. Auch im Preis: Bei größeren Bildschirmdiagonalen kostet ein LCD-Fernseher schnell mehr als 10 000 Euro.

Das klassische Fernsehformat

Unter den getesteten Farbfernsehern haben die drei ausgewählten LCD-Fernseher das flachste Gehäuse - mit einer Diagonalen von 56 Zentimetern aber auch den kleinsten Bildschirm. Die Geräte mit Röhrentechnik sind allesamt größer: Sieben Apparate zeigen ihre Bilder im klassischen 4:3-Format mit einer Bilddiagonalen von 70 bzw. 72 Zentimetern. Vier davon bekamen ein gutes test-Qualitätsurteil: Ganz knapp vor den anderen liegt der Panasonic TX-29PS10D mit der Note 2,2.

Die Breite der Leinwand

Freunde des Heim-Kinos genießen ihre Filme zu Hause meist als DVD. Am besten auf einem Fernseher mit dem breiteren 16:9-Format und einer Surroundsound-Anlage. Das der breiten Kinoleinwand anpasste Format eignet sich allerdings nicht für die meisten Fernsehsendungen. Die Sender strahlen ihr Programm meist im 4:3-Format aus. Dadurch nutzt der Fernseher nicht die ganze Bildschirmfläche aus. Bei einer Diagonalen von 82 Zentimetern, wie bei sechs getesteten Geräten, erscheint bei solchen Sendungen links und rechts ein schwarzer Balken. Der Test-Sieger unter diesen großen und breiten Bildschirmen ist der Loewe Aventos 3781 ZW. Er ist mit 1 480 Euro auch der teuerste unter den 16:9-Formaten.

Handhabung und Umwelt

Zuschauer wollen nicht nur ein gutes Bild, sondern auch eine leicht bedienbare Fernbedienung. In der Handhabung kommen die meisten Geräte nicht über ein „Befriedigend“ hinaus. Nur ein LCD-, ein 4:3- und ein 16:9-Modell ließ sich „gut“ bedienen. Auch in den Umwelteigenschaften machte außer dem Philips 29 PT 8608/12 und dem Sharp LC22SV2E keiner eine gute Figur. Zwei LCD-Modelle mussten sich sogar mit „ausreichenden“ Umwelteigenschaften begnügen, weil die Tester bei ihnen halogenhaltige Flammschutzmittel fanden. Ein böse Überraschung: In den Farbfernseher-Tests zuvor stießen die Tester bei keinem Modell auf solche Schadstoffe.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1087 Nutzer finden das hilfreich.