Fern­gläser sollen uns die Natur näher bringen: beim Birdwatching nach Feier­abend oder der Walbeob­achtung im Urlaub. Umso tragischer ist das Bild, das die am häufigsten verkauften Fern­gläser im Test abgeben: 16 von 17 Fern­gläsern im Test sind erheblich mit Schad­stoffen belastet – unter anderem fanden die Prüfer der Stiftung Warentest krebs­er­regende Substanzen. Nur ein teures Fern­glas ist gut, alle anderen sind mangelhaft (Preise: rund 18 bis 500 Euro).

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TestFern­gläser im Test27.07.2019
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Schad­stoff­alarm bei Fern­gläsern

Die Stiftung Warentest hat für ihren Test 17 Fern­gläser aus dem verkaufs­starken Preis­bereich ausgewählt und anonym im Handel gekauft. Vom preisgüns­tigen Fern­glas aus dem Supermarkt bis zum licht­starken Fern­glas zur Vogel­beob­achtung auch im Morgen­grauen. 16 von 17 Fern­gläsern im Test sind erheblich mit Schad­stoffen belastet, sie kassierten dafür die Note Mangelhaft. Die Prüfer der Stiftung Warentest fanden einen wüsten Mix aus Chlorparaf­finen, Phthalaten und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) – in einer bedenk­lich hohen Konzentration. Einige der gefundenen Substanzen sind sogar fort­pflan­zungs­gefähr­dend oder krebs­er­regend.

Das bietet der Fern­glas-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für 17 Fern­gläser von 18 bis 500 Euro. Vom preisgüns­tigen Einsteiger-Modell bis zum licht­starken Fern­glas mit großer Objektiv­öffnung. Zu den Anbietern im Test gehören Canon, Leica, Nikon und Zeiss. Neben den optischen Eigenschaften (Abbildungs­leistung, Okular, Licht­durch­lässig­keit, Naheinstellung/Sehfeld) haben wir auch Hand­habung und Halt­barkeit untersucht. Der Prüf­punkt Schad­stoffe brachte fast alle Fern­gläser um eine bessere Note: 16 von 17 schneiden mangelhaft ab, weil wir kritische Stoffe in Gurten, Gehäusen und Augen­muscheln fanden.

Kauf­beratung und Tipps. Wir sagen, welches Fern­glas Sie bedenkenlos kaufen können und welche Geräte trotz bedenk­licher Schad­stoff­gehalte immerhin gute optische Eigenschaften haben. Wir sagen, bei welchen Fern­gläsern sich ein Austausch des Tragegurts lohnt und welche Anbieter kostenlosen Ersatz dafür anbieten. Außerdem erfahren Sie, wie Sie heraus­finden können, ob Ihr Fern­glas betroffen ist.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 8/2019.

Schad­stoffe gelangen über die Haut in den Körper

Fern­gläser zählen zu den Produkten mit längerem Haut­kontakt. Umso wichtiger ist es, das Augen­muscheln und Gehäuse aus schad­stoff­freien Kunststoffen bestehen, denn die Schad­stoffe können direkt über die Haut in den Körper gelangen. Die Experten der Stiftung Warentest fanden ungewöhnlich viel PAK, darunter Naph­thalin, das unter dem Verdacht steht, Krebs auszulösen. Die Gehalte über­schritten deutlich den fest­gelegten Grenz­wert für Geräte mit dem GS-Zeichen. Bei zwei Modellen sind die Trage­riemen stark mit krebs­er­regenden Schad­stoffen belastet. Wir haben die Anbieter über unsere Test­ergeb­nisse informiert und gefragt, ob und wie sie Abhilfe schaffen. Mehr dazu erfahren Sie, wenn Sie den Testbe­richt frei­schalten.

Bildergalerie Schad­stoffe: Im Labor ganz nah ran

16 der 17 Fern­gläser im Test sind erheblich mit Schad­stoffen belastet, sie kassieren dafür ein Mangelhaft. Wir fanden hohe Mengen PAK und kritische Weichmacher in den Hand­flächen, Augen­muscheln und Tragegurten. Beim oben abge­bildeten Modell Skyhawk 4.0 von Steiner fanden wir krebs­er­regende PAK in sehr hoher Konzentration im Tragegurt.

Schad­stoff­test: Schritt 1. Unsere Laboranten zerschneiden Augen­muscheln, Gehäuse und Tragegurte.

Schritt 2. Wir stellen jeweils 0,5 Gramm sortenreines Material für die Schad­stoff­analyse zusammen.

Schritt 3. Ein Lösungs­mittel extrahiert die Schad­stoffe aus dem Material. Referenz­substanzen dienen zur Kalibrierung.

Schritt 4. Im Ultra­schall­bad wird die Lösung eine Stunde durch­mischt, damit sich alle Stoffe gleich­mäßig lösen.

Schritt 5. Ein Analysegerät ermittelt den Schad­stoff­gehalt, der Rechner protokolliert die Mess­werte. Unser Testleiter Markus Bautsch bespricht sie mit dem Chemie­experten.

Nur ein Fern­glas im Test ist sauber, vier sind nicht wasser­dicht

Immerhin ein Fern­glas zeigt, dass es anders geht. Es enthält keine kritischen Schad­stoffe und bietet gute optische Eigenschaften. Das Objektiv ist klein, fängt weniger Licht ein und funk­tioniert deshalb am besten bei gutem Tages­licht. Vier Fern­gläser im Test wären auch ohne Schad­stoffe nicht mehr zu retten. Als wasser­dicht deklariert, haben sie die Tauch­prüfung nicht über­standen. Alle Details erfahren Sie nach Frei­schalten des Testbe­richts.

Nutzer­kommentare, die vor dem 24. Juli 2019 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung.

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