Fernbus Meldung

Die Gepäck­regeln der Fernbusanbieter sind meist groß­zügig. Sperr­gepäck muss aber in der Regel angemeldet werden.

Kürzlich hat test den deutschen Fernbusmarkt unter die Lupe genommen und geprüft, wie Buchung, Service und Fahrt bei Flixbus & Co funk­tionieren. In diesem Zusammen­hang haben wir uns auch die Mitnahme­bedingungen der Anbieter angesehen und abge­fragt, wie es um die Barrierefreiheit steht und welche Rege­lungen für Gepäck, Kinder­wagen und Roll­stühle gelten. Ein Anbieter wollte unsere Fragen leider nicht beant­worten.

Gepäck, Kinder­wagen, Roll­stühle

Der Fernbusmarkt hat sich in den letzten Monaten stark verändert. Von den sieben für unseren Test ausgewählten Anbietern bieten nur noch vier Fern­fahrten an. Einst wichtige Unternehmen wie Berlin­Linienbus oder Post­bus haben ihren Betrieb weit­gehend einge­stellt. Bei den vier verbliebenen Anbietern haben wir mittels Anbieterbefragung und Webseiten-Check über­prüft, wie es um die Barrierefreiheit steht und wie die Mitnahme­bedingungen aussehen, etwa für Gepäck, Kinder­wagen und Roll­stühle. Die Ergeb­nisse zeigt unsere Tabelle. Eurolines hat auf unsere Anfrage leider nicht reagiert.

Groß­zügige Gepäck­regeln

Mit oft zwei Frei­gepäcks­tücken sind die Busse im Vergleich zum Flugzeug groß­zügig. Fahr­räder trans­portieren aber nur DeinBus und Flixbus, jeweils mit Voranmeldung und Kosten von neun Euro. Bei Eurolines sind die Angaben dazu wider­sprüchlich, die meisten Busse nehmen aber wohl keine Räder mit. Kinder­wagen werden fast immer kostenlos trans­portiert, sie sollten aber falt­bar sein (Tabelle).

Problem Barrierefreiheit

Ein noch längst nicht gelöstes Thema ist die Barrierefreiheit im Fernbus­verkehr. Laut Personenbe­förderungs­gesetz (PBefG, §42b) müssen ab 01.01.2016 neu zugelassene Fernbusse mindestens zwei Plätze für Roll­stuhlnutzer bieten, ab 2020 gilt dies für alle Busse. Doch ist die Reise damit barrierefrei? Nach dem Behindertengleich­stellungs­gesetz (BGG) bedeutet Barrierefreiheit, dass beispiels­weise Fernbusse „für Menschen mit Behin­derungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grund­sätzlich ohne fremde Hilfe auffind­bar, zugäng­lich und nutz­bar sind“.

Nur wenige Busse mit Roll­stuhl­plätzen

Davon ist die Realität noch weit entfernt. Und das betrifft nicht nur die Busse, sondern auch die Busbahnhöfe und Halte­stellen. Derzeit werden Schwerbehinderte/Roll­stuhlfahrer zwar grund­sätzlich befördert. Sie müssen sich für die Fahrt aber früh­zeitig anmelden, und es werden meist nur falt­bare Roll­stühle mitgenommen. Busse mit Roll­stuhl­plätzen gibt es nur wenige.

Bundes­verband hilft bei der Umsetzung

Der Bundes­verband Selbst­hilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) hat 2013 eine Steuerungs­gruppe ins Leben gerufen, an der sich Bushersteller, Fern­linienbus-Betreiber und Verbände der Behinderten­selbst­hilfe beteiligten. Ergebnis ist eine Broschüre, die allen Beteiligten im Fern­linienbus­verkehr als Anregung und Anleitung dienen soll, wie Barrierefreiheit im Fahr­zeug umge­setzt werden kann. Der BSK ist über­zeugt: Barrierefreiheit in Fernbussen ist möglich. Eine Melde­stelle soll die Umsetzung der Barrierefreiheit in Fern­linienbussen begleiten. Sie dient als Ansprech­partner für die verschiedenen Akteure. Dazu zählt beispiels­weise die Beratung von Reisenden mit Behin­derung, die Über­prüfung der Barrierefreiheit auf Fern­linienbussen durch Test­fahrten sowie das Aufdecken von Miss­ständen bei nicht barrierefreien Fern­linienbussen.

Kontakt: BSK Melde­stelle für barrierefreie Fern­linienbusse, Kurfürs­tenstr. 131, 10785 Berlin, Tel.: 0 30/8 14 52 68 53. www.bsk-ev.org

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