Wer ein Haus oder eine Wohnung für den Urlaub sucht, informiert sich meist im Internet und bucht auch dort. Welches Onlineportal bietet die beste Beratung? Wo klappen Vertrags­abschluss und Stornierung einwand­frei?

Frühstück gibt es bis zehn, Abend­essen zwischen sieben und halb neun. Und wenn das Zimmermädchen anrückt, hat der Gast erst­mal keinen Zutritt. Jeder, der seine Ferien im Hotel verbracht hat, kennt diese Regeln. Und nicht jeder schätzt sie.

Mehr Flexibilität genießen Urlauber, die während ihrer Auszeit eine eigene Immobilie anmieten. Ferien­wohnungen und -häuser bieten zudem mehr Platz als klassische Hotel­zimmer. Ein Luxus, den immer mehr Deutsche, allen voran Familien mit Kindern, Hunde­besitzer oder Freundescliquen zu schätzen wissen. Haupt­vertriebsweg für Ferien­immobilien ist inzwischen das Internet. Anders als im klassischen Katalog ist hier Platz für umfassende Informationen, Bilder und Videos. Zudem können Interes­senten ihr Domizil direkt am Rechner buchen. Doch wo finden Kunden wirk­lich, was sie suchen? Welchen Service können sie erwarten? Und was erwartet Urlauber, die eine Reise stornieren wollen? Wir haben zehn große Portale für den Test ausgewählt. Bei acht von ihnen kann man direkt buchen, zwei fungieren lediglich als Informations­portal.

Wenig Struktur bei der Suche

Beste Suche. Das Portal E-domizil über­zeugt mit seiner sehr guten Filter­funk­tion. Zahlreiche Auswahl­möglich­keiten führen zur passenden Unterkunft.

Beste Suche. Das Portal E-domizil über­zeugt mit seiner sehr guten Filter­funk­tion. Zahlreiche Auswahl­möglich­keiten führen zur passenden Unterkunft.

Wer sich noch nicht fest­gelegt hat, wo die Reise hingehen soll, bekommt bei einigen Anbietern Empfehlungen und Anregungen, etwa bei Tourist-online. Wer genau weiß, was er will, erwartet eine detaillierte Suche, um schnell passende Objekte zu finden. Zur Auswahl könnte zum Beispiel stehen, ob das Haus einen Pool hat, ob eine Wasch­maschine vorhanden ist oder Haustiere erlaubt sind. Die Ergeb­nisliste sollte nicht nur informativ und über­sicht­lich sein, sondern sich auch nach den Wünschen des Nutzers sortieren lassen. Hier kann einiges verbessert werden, das Ergebnis beim Prüf­punkt Suche fällt über­wiegend befriedigend aus. Am besten ist die Such­funk­tion von E-domizil. Und Interhome zeigt, wie eine informative Treffer­liste aussehen kann.

Schwacher E-Mail-Service

Beste Buchung. Bei Interchalet funk­tionieren Buchungs- und Stornierungs­prozess verläss­lich. Die Regeln sind trans­parent. Auch die Beratung ist gut.

Beste Buchung. Bei Interchalet funk­tionieren Buchungs- und Stornierungs­prozess verläss­lich. Die Regeln sind trans­parent. Auch die Beratung ist gut.

Anders als bei Hotel­buchungen im Netz gibt es für Ferien­häuser und -wohnungen weniger Nutzer­kommentare, die Rück­schlüsse auf die Qualität zulassen. Fotos von Kunden haben wir auf keinem Portal gefunden. Immerhin: Bei sieben Anbietern lässt sich das Sucher­gebnis nach Gästebewertungen sortieren. Bleiben Fragen offen, suchen Kunden oft den persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern des Portals. Wir haben den Service mit jeweils fünf Anfragen getestet. Drei per Telefon, zwei per E-Mail. Ergebnis: Die Erreich­barkeit per Telefon ist häufig gut. E-Mails hingegen werden mitunter ignoriert, teils gibt es nur eine auto­matische Eingangs­bestätigung. Und selbst wenn eine Rück­meldung kommt, ist die oft wenig hilf­reich. Schluss­licht beim Beratungs­test ist Ferien­hausmiete.de. Das Portal bietet keinen Telefon­service an. So haben wir alle Anfragen per E-Mail geschickt. Auf zwei Antworten warten wir immer noch.

Verwirr­spiel um den Vermieter

Schlechter Service. Die Belegungs­kalender sind nicht immer aktuell. Bei Casamundo waren einige belegte Objekte als „frei“ gekenn­zeichnet.

Schlechter Service. Die Belegungs­kalender sind nicht immer aktuell. Bei Casamundo waren einige belegte Objekte als „frei“ gekenn­zeichnet.

Auch beim vielleicht wichtigsten Punkt, dem Vertrags­schluss, unterscheiden sich die Anbieter. Die beiden getesteten Informations­portale stellen nur den Kontakt zum Vermieter her. Über die anderen Seiten können Kunden direkt buchen. Die Abläufe sind aber nicht immer trans­parent.

So findet die Abwick­lung nur bei drei Anbietern komplett zwischen Portal und Kunden statt: Interchalet, Interhome und Novasol. Bei den anderen kommuniziert der Interes­sent oft doch mit dem Vermieter oder einer Agentur und schließt mit diesen den Vertrag. Jedoch machen nur zwei dieser Portale, Atraveo und Tourist-online, eindeutig klar, dass Kunden nicht bei ihnen, sondern bei einer Agentur oder beim Vermieter buchen. So ist es oft schwierig, den wirk­lichen Vertrags­partner zu identifizieren. Nach einer Buchung auf E-domizil etwa haben wir gleich fünf E-Mails bekommen. Zwei schickte das Portal, zwei der Veranstalter booking.com und eine der Vermieter in der Bretagne – auf Französisch.

Versteckte Versicherung

Schlechter Stil. Wer nicht aufpasst, schließt bei der Buchung bei Novasol auto­matisch eine Versicherung ab – gegen Aufpreis.

Schlechter Stil. Wer nicht aufpasst, schließt bei der Buchung bei Novasol auto­matisch eine Versicherung ab – gegen Aufpreis.

Die Voreinstel­lungen bei der Buchung enthalten manchmal kosten­pflichtige Zusatz­angebote. Diese Praxis haben wir schon häufig kritisiert. Im Test versuchten zwei Anbieter, so Geschäfte zu machen: Tourist-online und Novasol. Wer nicht aufpasst, ordert hier zusätzlich eine Versicherung, die er vielleicht gar nicht will oder braucht. Auch wird es den Kunden teil­weise schwergemacht, Verträge zu stornieren. Nur zwei Portale nennen die Bedingungen dafür ausdrück­lich schon beim Buchen: Atraveo und Casamundo. Oft ist die Stornierung aufwendiger als die Buchung. Einige Portale nehmen sich mit der Bestätigung Zeit, beschränken die Angaben aufs Nötigste oder runden die Kosten auch mal zu ihren Gunsten auf. Wie es richtig geht, zeigt Interchalet. Immerhin: Die juristische Prüfung des Klein­gedruckten führte bei den meisten Anbietern zu recht erfreulichen Ergeb­nissen. Nur Novasol verwendet etliche unzu­lässige Klauseln – und erzielt am Ende das schlechteste Gesamt­ergebnis.

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