Ferien­parks Test

Sport, Spiel, Spaß: Ferien­parks bieten Familien viel Abwechs­lung für einen Kurz­urlaub. Drei schneiden im Test gut ab, darunter zwei Center Parcs.

Nicht weit von der deutschen Grenze eröff­nete Center Parcs im Mai den neuen Park Moselle im französischen Departement Moselle/Lothringen. Diesmal steht die „unbe­rührte“ Natur im Mit­tel­punkt. Als Leit­ideen nennt der „Markt­führer für Kurz­urlaube“ Ökologie und Nach­haltig­keit. Er verspricht größt­mög­liche ­Um­welt­verträglich­keit (siehe Text: Natur- und Umweltschutz) und gestaltet den Park um ein Wald­gebiet herum. Die 800 Ferien­häuser bestehen aus Holz, die Bade­land­schaft soll nach neuesten ökologischen Erkennt­nissen konzipiert sein.

Die acht Ferien­parks, die wir jetzt getestet haben, bieten ebenfalls viel Natur, haben große Erleb­nisbäder und sind das ganze Jahr über geöffnet. Jeden Park haben wir zweimal inspiziert: einmal verdeckt von einer Familie und einmal über eine angemeldete Inspektion.

Die Gäste

Kurz­urlaub im Ferien­haus mit Wasser­spaß, vielen weiteren Sport- und Spiel­angeboten und mit Kinder­betreuung steht bei Familien nach wie vor hoch im Kurs. Die Gäste kommen meist aus der Umge­bung, mehr als drei Stunden will kaum jemand für einen Aufenthalt von wenigen Tagen fahren. Haupt­zielgruppe von Ferien­parks sind Familien mit Kindern, Oma und Opa werden aber auch gern mitgenommen.

Die Betreiber

Die Hälfte der untersuchten Anlagen gehört zu Center Parcs. Der Markt­führer, seit 2003 im Besitz der französischen Unter­nehmens­gruppe Pierre & Vacances, hat vor drei Jahren die belgische Sunparks Gruppe über­nommen und betreibt derzeit 32 Ferien­parks in vier Ländern – 14 Center Parcs und 18 Sunparks. Während das Konzept der Center Parcs nach innen gerichtet ist, also alle Aktivitäten im Ferien­park selbst angeboten werden, hat Sunparks ein offenes Konzept. Das vergleichs­weise schmale Angebot im Park wird durch Sport- und Frei­zeit­aktivitäten von Koope­rations­part­nern aus der Umge­bung ergänzt.

Die Besten

Mit der besten Bade­land­schaft und einem breitgefächerten Freizeit­angebot erreicht Center Parcs Bispinger Heide den Spitzen­platz, dicht gefolgt von Center Parcs Hoch­sauer­land, der dem Testsieger bei den Unterkünften teil­weise über­legen ist.

Mithalten kann in dieser Liga lediglich der Ferien­park Weissenhäuser Strand, was haupt­sächlich an seinem vor kurzem aufpolierten Erleb­nisbad und der attraktiven Themenhalle „Dschungel­land“ liegt. Bei den preis­werteren Unterkünften muss der Gast dagegen deutliche Abstriche machen.

Die fünf übrigen Anlagen sind befriedigend, wobei die Bade­land­schaft des Sunparks Nord­seeküste und die Unterkünfte des Ferien­parks Salztal Paradies positiv heraus­ragen. Eher negativ fielen die Unterkünfte in Damp und das geringe Freizeit­angebot im Salztal Paradies auf.

Die Preise

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Hoch­seilklettern, Bogenschießen, Rudern: Frei­zeit­parks bieten viel Abwechs­lung für die ganze Familie. Der Spaß kann allerdings ins Geld gehen. Da die Parks für fast alle Sport- und Freizeit­angebote extra kassieren, erhöhen sich für die­jenigen, die viele Aktivitäten in Anspruch nehmen, die Urlaubs­ausgaben beträcht­lich.

Am güns­tigsten ist der Kurz­urlaub in den Ferien­zentren an der Ostsee. In Damp kostet ein Wochen­ende für vier Personen in der einfachsten Unter­kunfts­kategorie je nach Saison zwischen 118 und 158 Euro. Bei Center Parcs, wo ein Wochen­ende immer bis zum Montag reicht, muss die Familie mit mindestens dem Doppelten rechnen.

Die Wochen­preise für vier Personen in der komfortabelsten Kategorie beginnen bei 400 Euro (Weissenhäuser Strand). In der Hoch­saison wird es deutlich teurer. Im Center Parcs Bispinger Heide kann der Wochen­preis sogar auf fast das Dreifache anwachsen. Wer das Gesamt­budget für den Ferien­park­auf­enthalt planen will, muss neben Anfahrt, Unterkunft und Essen noch diverse Neben­kosten berück­sichtigen. So kassieren die Betreiber für fast alle Sport- und Freizeit­angebote extra, häufig sogar für Tisch­tennis. Auch Bett­wäsche, Handtü­cher, Babybett und Hoch­stuhl sind nicht immer inklusive. Und wer seinen Hund mitbringen möchte, muss dafür pro Tag zwischen 3,50 und 15 Euro berappen.

Die Unterkünfte

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Die Gäste wohnen entweder im Ferien­haus oder Apart­ment. Nicht alle Un­terkünfte sind so modern und neuwertig wie hier im Salztal Paradies in Bad Sachsa.

Ferien­park­besucher sind meist Haus­besitzer auf Zeit, denn sie wohnen in der Regel in Ferien­häusern. Im Ferien­park Weissenhäuser Strand gibt es vor allem Ferien­wohnungen, neben rund 100 Ferien­häusern. Und die kleine Anlage Salztal Paradies hat lediglich 24 Häuser mit je zwei Apart­ments, doch ein Ausbau ist im Gange. Fünf Parks bieten zusätzlich noch Hotel­zimmer.

Die Komfort- und Größenklassen der Unterkünfte sind oft verwirrend. So können die Gäste im Ferien­park Hambachtal unter zwölf ver­schiedenen Unter­kunfts­typen wählen mit so eingängigen Bezeichnungen wie HA2 oder HA6CC. Nicht besser ist es bei Center Parcs. Wer sich hier einen Über­blick über die verschiedenen „Wohl­fühl-Niveaus“ verschaffen will,braucht etwas Zeit. Der Markt­führer hat zwei Ferien­haus­typen – Eden und Original –, die er in drei Varianten anbietet: Comfort, Premium und VIP. In Bispinger Heide kommen noch exklusive Hausboote und Baumhäuser hinzu.

Auch in derselben Kategorie können sich die Unterkünfte unterscheiden: Es gibt fast immer reno­vierte und nicht­renovierte Unterkünfte. Die Häuser in der preisgüns­tigen Kategorie waren oft funk­tional und etwas lieblos einge­richtet, mitunter machten sie auch einen erkenn­bar abge­wohnten Eindruck. Bei voller Belegung kann es zudem sehr beengt zugehen. Die Häuser in den höheren Kategorien boten eine bessere Ausstattung, manchmal sogar ein biss­chen Luxus, und schnitten meist besser ab.

Die Aufpreis­politik

Negativ fällt hier wieder die Aufpreis­politik der Center Parcs und Sunparks auf. Während in den teuren Premium- und VIP-Häusern bezogene Betten und Hand­tücher zum Stan­dard gehören, müssen die Bewohner der preis­werten Unterkünfte Bett­wäsche, Hand- und Küchentücher mitbringen oder dazu­kaufen. Der „Comfort Service“ mit bezogenen Betten, Hand­tüchern, Badpflege- und Küchenpaket kostet für ein Vier-Personen-Haus 51,80 Euro.

Das „Bade­paradies“

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Der Badespaß steht bei den getesteten Ferien­parks im Mittel­punkt. Ob Strömungs­kanal, Riesen­rutschen oder Wellen­becken – für Abwechs­lung wie hier im Sunpark Nordsee ist meist gesorgt.

Haupt­attraktion aller getesteten Ferien­parks ist das zentral gelegene Bade­paradies. Diese Bezeichnung ist manchmal etwas über­trieben, für die Anlage im Center Parcs Bispinger Heide trifft sie aber zu. Das Aqua Mundo genannte Bad ist konsequent als subtropische Land­schaft inszeniert, in dem zwischen üppigem Grün diverse Wasser­attraktionen locken: Wild­wasser-Bahn, Tunnel­rutschen, Wellen­becken, Lagunen und Grotten, ein beheiztes Außen­becken und vieles mehr. Eine separate Erleb­nisland­schaft für Klein­kinder, Ruhezonen und ein großer Gastronomie­bereich runden das Angebot ab.

Das Aqua Mundo im Park Hoch­sauer­land kann noch mit einer besonderen Kinder­attraktion aufwarten, dem Aqua-Play-House. Dort erreicht die Stimmung immer dann ihren Höhe­punkt, wenn sich über den spielenden Kindern ein großer Wasser­bottich entleert. Eine ähnliche Anlage hat auch die vor kurzem reno­vierte Bade­land­schaft im Park Weissenhäuser Strand, die eher funk­tional daher­kommt, aber mit vielen Wasser­attraktionen auftrumpft, zum Beispiel mit einer 214 Meter langen Reifen­rutsche. Die Bäder im Ferien­park Damp, Sunparks Eifel und im Ferien­park Hambachtal fallen dagegen merk­lich ab.

Die Kinder­betreuung

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Ein beliebtes Kinder­programm bei Center Parcs ist „Wannabe“, bei dem sich der Nach­wuchs in einen Indianer, Renn­fahrer oder Ritter verwan­deln kann.

Bei Sport, Spiel und Unterhaltung punktet der Ferien­park Weissenhäuser Strand mit seiner umfang­reichen Kinder­betreuung ohne Aufpreis und vor allem mit der Indoor-Erleb­niswelt Dschungel­land. Die attraktiv gestaltete Halle bietet verschiedene Terrarien, eine begehbare Lagune, einen großen Hoch­seilgarten, ein Restaurant und noch viele weitere Attraktionen für Kinder. Die übrigen Spiel­anlagen wirken dagegen eher abge­nutzt. Ähnlich viele Angebote für Kinder haben sonst nur die Ferien­parks Damp und der Center Parcs Bispinger Heide.

Die Buchung

Ein wenig enttäuscht waren wir über die teil­weise geringen Informationen in den Katalogen und auch im Internet. So gibt es zum Beispiel bei Center Parcs nur wenige Bilder, die dem Urlauber einen Eindruck von den Angeboten und den Ferien­häusern im jeweiligen Ferien­park vermitteln.

Bei der Online­buchung ärgern vor allem die Voreinstel­lungen von Reiser­ücktritts­versicherung, Bett­wäsche- und Hand­tuch­paketen. Deshalb bekamen die meisten Parks hier nur ein Ausreichend. Chaotisch und zeitraubend ist die Online­buchung beim Roompot Ferien­park Hambachtal. Da kommt keine Urlaubs­stimmung auf.

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