Feilschen wie im Orient Meldung

Das Rabattgesetz ist abgeschafft. Händler und Kunden haben jetzt mehr Spielraum, um Preise auszuhandeln. Im Juli hat der Bundesrat entschieden, das mehr als 70 Jahre alte Gesetz sowie die ebenso alte Zugabeverordnung fallen zu lassen. Dadurch dürfen Händler ihre Kunden jetzt mit hohen Rabatten und großzügigen Geschenken locken, Verbraucher können besser feilschen. Das war bisher anders: Rabatte gab es maximal auf drei Prozent des Kaufpreises, Geschenke durften nur Pfennigbeträge wert sein. Anlass für die Abschaffung der beiden Regelungen ist die E-Commerce-Richtlinie der EU. Weil Internethändler danach den Gesetzen ihres Heimatlandes unterworfen sind, wären deutsche Unternehmen durch das Rabattgesetz benachteiligt gewesen.

Doch die Hoffnung auf neue Superschnäppchen ist gedämpft. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) erwartet wegen der relativ geringen Gewinnmargen im Handel nicht, dass in Zukunft wie auf orientalischen Basaren gefeilscht wird. Stattdessen sei mit einem Durchbruch von Kundenkarten wie der Rabattkarte Payback zu rechnen, mit der vor allem große Unternehmen ihre Kunden zu binden suchten. Ausgehandelt werden Preise nach HDE-Prognosen wohl hauptsächlich bei höherwertigen Gütern wie Autos, Möbeln und Designerkleidung. Wer erfolgreich feilschen will, sollte strategisch vorgehen. Hier einige Tipps:

Ruhige Geschäftszeiten. Händler lassen sich eher auf Preisverhandlungen ein, wenn der Laden leer ist ­ etwa mittags.

Kompetenz. Wenn Sie Produkt und Konkurrenzpreise genau kennen, überzeugen Sie am besten.

Kleine Läden. Dort sind die Kommunikationswege kürzer als im Kaufhaus, sodass Sie die Verantwortlichen leichter erreichen.

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