Nimmt ein Patient durch einen groben Behand­lungs­fehler – wie falsch­dosierte Medikamente – Schaden, ist auch der Apotheker haft­bar. So entschied das Ober­landes­gericht Köln (Az. 5 U 92/12). Demnach hat der Apotheker die Pflicht, ein Rezept auf Fehler zu prüfen, bevor er ein Medikament ausgibt. Klagt der Patient, müssen sowohl der Arzt, von dem das Rezept stammt, als auch der Apotheker beweisen, dass der gesundheitliche Schaden nicht auf das fehler­haft ausgegebene Präparat zurück­geht. Geschieht das nicht, sind beide haft­bar.

Anlass für das Urteil war die Klage der Eltern eines Jungen mit Downsyndrom und Herz­fehler. Sein Arzt verschrieb ein herz­stärkendes Produkt versehentlich in einer deutlich zu hohen Dosierung. Der Apotheker verkaufte das Mittel in der über­dosierten Form. Der Junge erlitt einen Herz­still­stand, musste reanimiert werden und blieb in den folgenden Jahren in der Entwick­lung deutlich zurück.

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