Mehr als ein Kavaliers­delikt beging ein Ehepaar, das den Gewinn der Ehefrau aus der gemein­samen Arzt­praxis in der Einkommensteuererklärung nur zur Hälfte angab. In der Gewinn­fest­stellungs­erklärung für die Praxis hingegen war die Angabe korrekt. Obwohl die reguläre Verjährung von vier Jahren verstrichen war, durfte das Finanz­amt den Einkommensteuer­bescheid noch ändern. Für „leicht­fertige Steuer­verkürzung“ betrage die Frist fünf Jahre, urteilte der Bundes­finanzhof (Az. VIII R 32/11).

Das Ehepaar hatte beide Steuererklärungen mithilfe eines Steuerberaters gemacht und gleich­zeitig unterzeichnet. Der BFH erklärte, dass beide Partner den Fehler bei der Unterzeichnung oder im Einkommensteuer­bescheid hätten merken müssen. Sie seien Akademiker und führten seit Jahren die Gemein­schafts­praxis. Beide hätten den Fehler einfach durch­gehen lassen.

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