Fehler im Steuer­bescheid Meldung

Das Land Nieder­sachsen muss dem AWD-Gründer Carsten Masch­meyer 60 400 Euro Schaden­ersatz zahlen. Grund war ein falscher Steuer­bescheid, der den Einsatz eines Steuerberaters notwendig machte.

Behörde zahlt für Berater­einsatz

Bei Fehlern im Steuer­bescheid muss die Finanzbehörde die Kosten für den Steuerberater ersetzen, der wegen der Fehler notwendig wird. So muss das Land Nieder­sachsen dem Unternehmer Carsten Masch­meyer, Gründer des Finanz­dienst­leisters AWD, rund 60 400 Euro Schaden­ersatz wegen eines falschen Steuer­bescheids zahlen. Das hat das das Ober­landes­gericht Celle entschieden (Az. 16 U 9/12). Masch­meyers Steuerberater hatten 250 000 Euro für den Einspruch verlangt. Das sei jedoch zu viel, entschieden die Richter. Insbesondere muss Nieder­sachsen nicht für Mehr­kosten aufkommen, die entstanden, weil Masch­meyer zwei Steuerberater beauftragte.

Bescheid wurde zurück genommen

Gestützt auf Medienbe­richte war das Finanz­amt davon ausgegangen, dass Masch­meyer auch im Jahr 2009 Anteile des AWD veräußern würde. Dafür sollte er 32 Millionen Euro Steuern zahlen. Nach Einspruch seines Steuerberaterbüros nahm das Finanz­amt den falschen Bescheid zurück. Ähnlich entschied das OLG Koblenz in einem anderen Fall. Auch hier musste die Behörde musste wegen Fehlern die Berater­kosten ersetzen (OLG Koblenz, Az. 1 U 1588/01).

Tipp: Sie können übrigens auch Schaden­ersatz vom Steuerberater oder Lohn­steuer­hilfe­ver­ein fordern, wenn der Berater wichtige Änderungen verschlafen hat (Bundes­gerichts­hof, Az. IX ZR 472/00) oder Sie wegen Falsch­beratung Fristen versäumt haben (OLG Düssel­dorf, Az. 23 U 207/02).

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