Fehler bei Steuer­daten Meldung

Eingabefehler, etwa durch einen Mausklick, können Steuerzahler und Finanz­amt Jahre später noch korrigieren.

Ein Mann muss nach Jahren 2 400 Euro Steuern nach­zahlen. Dabei hatte er damals alles richtig gemacht – und Einkünfte aus zwei Jobs angegeben. Doch der zuständige Finanz­beamte hatte nicht aufgepasst und nur einen Job in die elektronische Steuer­daten­bank einge­geben. Pech für den Steuerzahler: Er kommt nun wohl um die Nach­zahlung nicht herum. Es sei denn, das Revisions­verfahren ist erfolg­reich.

Zwei Jobs angegeben, nur einer einge­geben

Für einen Arbeitnehmer aus Nord­rhein-West­falen schien es zunächst so, als hätte er Glück gehabt: Obwohl er 2013 Einkünfte aus zwei Jobs hatte und die gemein­same Veranlagung mit seiner Ehefrau eigentlich zu einer Steuer­forderung hätte führen müssen, wollte das Finanz­amt keinen Cent von ihm. Ein Fehler, wie sich erst Jahre später heraus­stellte. Im Februar 2016 bekam der Mann einen geänderten Bescheid: Er solle nun knapp 2 400 Euro nach­zahlen, damals habe das Finanz­amt durch einen Eingabefehler einen Job über­sehen.

Elster ist schuld

Das Finanzge­richt Düssel­dorf fand heraus, wie es zu diesem Fehler gekommen war (Az. 10 K 1715/16 E). Am Ende scheint es so, als wäre ein Beamter einfach schusselig gewesen. Verantwort­lich machte das Finanz­amt aber jemand anderen: Elster – die elektronische Steuer­daten­bank, die alles einfacher machen soll. Vielen ist gar nicht klar: Selbst wer auf Papier seine Steuer erklärt, ist von den Daten in der Daten­bank abhängig – denn diesen vertrauen die Finanz­beamten. Fest steht heute: Der Steuerzahler hatte gar nichts falsch gemacht und in seine Anlage N den kompletten Lohn korrekt einge­tragen. Der Beamte hatte einfach zu schnell geklickt.

Kontrolle ist besser

Es kam kein Warn­signal, als der Finanz­beamte die elektronischen Lohn­daten aus der Daten­bank über­nahm. Dass der zweite Arbeit­geber noch nichts über­mittelt hatte, fiel ihm nicht auf. Dass er dadurch nur 1 685 Euro Lohn berück­sichtigte, obwohl auf dem Papier vor ihm 18 403 Euro einge­tragen waren – es wunderte ihn nicht. Das fiel seinen Kollegen erst mit den folgenden Steuererklärungen auf. Sie änderten kurzer­hand den alten Bescheid und schickten ihn mit der Nach­forderung von 2 404 Euro raus. Zu Recht, entschied das Finanzge­richt, letzt­lich sei es ein bloßer Eingabefehler gewesen – unabhängig davon, wessen Schuld es letzt­lich war. Das Finanzge­richt hat die Revision zugelassen, solche Fälle sollten seiner Meinung nach grund­sätzlich einmal geklärt werden, schließ­lich werde die Steuer zunehmend elektronisch erfasst.

Tipp: Prüfen Sie immer, ob in Ihrem Steuer­bescheid alle Daten so aufgeführt werden, wie Sie diese einge­tragen haben. Viele Fehler dürfen nämlich beide Seiten korrigieren.

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