Klagt ein Patient über akute Brust­schmerzen und Rettungs­sanitäter finden keine offensicht­liche herz­fremde Ursache, dürfen sie keine Diagnose stellen. Der Patient muss notärzt­lich versorgt werden, entschied das Kammerge­richt Berlin (Az. 20 U 122/15). Sani­täter der Feuerwehr, die unklare Schmerzen diagnostisch einem herz­fremden Krank­heits­bild zuordnen und keinen Arzt hinzuziehen, über­steigen ihre Kompetenzen.

In dem Fall hatte ein Mann die Feuerwehr alarmiert, zwei Sani­täter kamen. Sie stellten Puls, Blut­druck und Sauer­stoff­sättigung fest und empfahlen ihm einen Besuch beim Haus­arzt. Sie diagnostizierten eine Einklemmung von Nerven. Der Haus­arzt schickte ihn wenige Stunden später sofort ins Kranken­haus, wo ein Herz­infarkt diagnostiziert wurde. Bei der anschließenden Herz­katheder­unter­suchung erlitt der Patient einen Schlag­anfall. Er verlangte darauf­hin Schaden­ersatz von der Feuerwehr. Das Kammerge­richt gab dieser Klage statt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2 Nutzer finden das hilfreich.