Fasten Meldung

Aschermittwoch ist alles vorbei: Dann beginnt – 40 Tage vor Ostern – die Fastenzeit. Doch viele, die heute tage- oder wochenweise auf feste Nahrung verzichten, haben keine christliche Tradition im Sinn. Sie glauben an Entschlackung, Gewichtsverlust, einen klaren Kopf.

Stichwort Entschlackung. Nichts essen, aber viel trinken – das soll den Organismus von Schlacken befreien. Schulmediziner bestreiten das. Stoffwechselprodukte und Umweltgifte fallen immer an. Sie werden ständig über die Haut, die Verdauungs- und Atmungsorgane ausgeschieden. Auch ohne Fasten. Im Übrigen bilden sich neue Rückstände, wenn durch den Nahrungsentzug Muskeln abgebaut werden. Das ist riskant bei Nierenleiden und Diabetes.

Stichwort Abnehmen. Dafür ist Fasten der schlechteste Weg. Fehlen dem Körper plötzlich die Kalorien, schaltet er auf Sparflamme und drosselt den Grundumsatz. Er verbraucht viel weniger Kalorien – und das auch noch nach der Fastenkur. Mit den alten Essgewohnheiten kehren die Pfunde schnell zurück. Das ist der berüchtigte Jo-Jo-Effekt.

Stichwort klarer Kopf. Dass Fastende besser denken können, ist nicht belegt. Für das viel beschworene Glücksempfinden gibt es eine Erklärung: Bei Nahrungsentzug schlägt der Körper Alarm und schüttet Stresshormone aus. Das erscheint oft als Hochgefühl.

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