So haben wir getestet

Im Test: 15 Shampoos, die mit „Farb­schutz“ oder „Color­schutz“ werben, darunter ein Naturkosmetik-Produkt. Zum Vergleich zogen wir zwei häufig verkaufte Produkte ohne Auslobungen zum Farb­schutz heran: ein Kinder­shampoo und ein Repair-Shampoo für geschädigtes Haar. Einge­kauft haben wir die Shampoos zwischen Januar und April 2019. Die Preise ermittelten wir über die Anbieter im Juni 2019.

Vorgehen:

Es gab K.-o.-Kriterien. Schnitt ein Produkt in der Prüfung des Farb­schutzes nicht besser ab als das Repair-Shampoo, bewerteten wir es mit Mangelhaft und führten keine weiteren Prüfungen durch. Gleiches galt, wenn ein Produkt die Farb­schutz-Prüfung bestand, aber UV-Schutz auslobte und der UV-Bestrahlung nicht standhielt. Die zwei Vergleichs­shampoos prüften wir auf Farb­schutz, Pfle­geeigenschaften, Anwendung.

Farb­schutz: 45 %

Zuerst wurden europäische Natur­haar­strähnen chemisch leicht geschädigt und mit einer professionellen Permanent­haarfarbe stan­dardisiert rot gefärbt. Das Farberg­ebnis ermittelten wir mittels Reflexions­spektrometer. Anschließend wurden je drei gefärbte Strähnen pro Produkt stan­dardisiert jeweils mit einer definierten Menge Color­schutz-Shampoo gewaschen und getrocknet.

Zur Prüfung des Farber­halts nach Waschen und UV-Einwirkung wurde der Mittel­teil der Strähnen nach jedem Wasch­vorgang zusätzlich mit stan­dardisiertem UV-Licht bestrahlt. Damit simulierten wir insgesamt sechs Wochen Sonnen­strahlung in Mittel­europa. Den Wasch- und Bestrahlungs­vorgang führten wir insgesamt zwölfmal durch, wobei die resultierenden Haar­farben nach jedem zweiten Durch­gang erneut gemessen und die Gesamt­farb­änderungen im Vergleich zum Ausgangs­zustand ermittelt wurden. Nach dem neunten und zwölften Durch­gang beur­teilten drei Experten die Farb­unterschiede im Vergleich zum Ausgangs­zustand und zu den Refer­enzshampoos visuell unter Tages­licht­bedingungen.

Pfle­geeigenschaften: 35 %

Die Pfleg­eigenschaften der Shampoos ermittelten wir in einem Friseurtest. In Vorbereitung darauf nutzten 20 Probanden mit gefärbtem, geschädigtem Haar zwei Tage lang ein stark reinigendes Shampoo mit geringer Pflege­wirkung. Dann wendeten zwei Friseure die Tests­hampoos im Halb­seiten­test in randomisierter Reihen­folge bei den Probanden an. Sie beur­teilten die Pfle­geeigenschaften, darunter Entwirr­barkeit, Kämm­barkeit, Geschmeidig­keit, Griff/Glanz, Volumen und fliegende Haare. Außerdem bestimmten wir die Nass­kämm­barkeit im Labor: Chemisch gebleichte Natur­haar­strähnen wuschen wir mit stark reinigendem Shampoo und maßen die benötigte Kämm­kraft im nassen Haar mit einer Zugprüfungs­maschine. Dann behandelten wir sie mit dem jeweiligen Test­produkt nach stan­dardisierten Vorgaben und maßen die Kämm­kraft erneut. Jedes Shampoo prüften wir an je fünf Strähnen, die wir jeweils fünf­mal maschinell kämmen ließen.

Anwendung: 5 %

Ein Friseur beur­teilte, wie sich das Shampoo im Haar verteilen ließ, wie viel Schaum es bildete, welche Eigenschaften er hatte und wie es sich auswaschen ließ.

Farb­schutz-Shampoos im Test Test

Gut gepflegt. Shampoos, die nicht total im Farb­schutz versagten und auf UV-Versprechen verzichten, prüften wir im Halb­seiten­test an Probanden. Friseure wuschen jede Kopf­hälfte mit einem Test-Shampoo, beur­teilten das nasse und trockene Haar. Vier sorgen gut für Kämm­barkeit und Glanz.

Verpackung: 5 %

Fünf Experten bewerteten die Hand­habung, unter anderem die Hand­lich­keit der anonymisierten Produktbehälter und wie gut sie sich öffnen und wieder­verschließen ließen. Wir erfassten, ob eine Originalitäts­sicherung sowie Entsorgungs- und Recycling­hinweise vorhanden waren. Anhand von drei Packungen je Produkt ermittelten wir die Inhalts­mengen, den Füllungs­grad und die Entleerbar­keit.

Deklaration und Werbeaussagen: 10 %

Drei Experten beur­teilten Leserlich­keit und Über­sicht­lich­keit der Angaben. Ein Experte beur­teilte die Werbeaussagen und kontrollierte, ob die Angaben der EU-Kosmetik­ver­ordnung und der Fertigpackungs­ver­ordnung entsprachen.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt: War das Urteil für Deklaration und Werbeaussagen ausreichend oder schlechter, werteten wir das test-Qualitäts­urteil um eine Note ab.

Weitere Unter­suchungen

Waren UV-Filter oder Isothiazolinone als Konservierungs­stoff auf der Inhalts­stoff­liste eines Produktes deklariert, bestimmten wir deren Konzentrationen. Die Ergeb­nisse waren unauffäl­lig. Wir ermittelten zudem die Konzentrationen der deklarations­pflichtigen Duft­stoffe. Folgende Unter­suchungs­methoden kamen zum Einsatz: · UV-Filter: Analyse mittels HPLC-UV· Isothiazolinone: Analyse mittels HPLC-UV· All­ergene Duft­stoffe: Analyse mittels GC-MS

So lesen Sie die Tabelle

Der Vergleich. Sind Farb­schutz-Shampoos wirk­samer als andere Haar­wasch­mittel? Wir verglichen sie mit einem Kinder­shampoo mit milden Tensiden und einem Repair-Shampoo für geschädigtes Haar.

K. o. im Farb­schutz. Bot ein Color­schutz-Shampoo keinen sicht­baren Farberhalt im Vergleich zu dem Repair-Shampoo, bewerteten wir es mit Mangelhaft und prüften es nicht weiter. Erreichte ein Color­schutz-Shampoo ein Ausreichend im Farb­schutz, so wie das Kinder­shampoo, wurde es weiter geprüft. Lobte es UV-Schutz aus, hielt ihn aber nicht ein, waren Deklaration und Gesamt­note Mangelhaft.

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