Es gibt Billigfilme, die sind nicht schlechter als teure Markenware – wie unser Test beweist.

Was wenig kostet, taugt wenig – das ist ein weit verbreitetes Vorurteil. In unseren Untersu­chun­gen machen wir immer wieder auch andere Erfahrungen. So wie in diesem Test von Farbfilmen. Da kosten die unter Handelsmarken in Drogerie-, Super- oder anderen Märkten angebotenen Kleinbildfilme nicht nur deutlich weniger als Markenprodukte aus dem Fotofachhandel, einzelne Billigprodukte aus den wichtigen Filmempfindlichkeitsklassen ISO 200 und ISO 400, Objecta Color Negativ 200 und Rossmann HR 200 und 400 schnitten sogar ein wenig besser ab.

Nur in der 800er Klasse liegt ein „echtes“ Markenprodukt, der Fuji Superia X-TRA 800, vorn – aber gleich mit rund einer halben Note Vorsprung. Die Konkurrenten dieser Grup­pe, die Filme des dm-Drogeriemarkts, des Bertelsmann Clubs und des italienischen Filmherstellers Ferrania, sind in Körnigkeit und Auflösung ein klein wenig schlechter. Und ihr Belichtungsspielraum ist nicht ganz so umfangreich. Der beschreibt das Maß, wie stark über- oder unterbelichtet werden darf, ohne dass es deutlich schlechtere Bilder gibt.

Teure Filme mit 24 Bildern

Mit 5,50 Euro kostet dieser Fujicolor (36 Bilder) aber auch mehr als die anderen Filme. Doch Achtung: Der Dreierpack, den Bertelsmann für knapp 10 Euro anbietet, enthält Filme mit jeweils nur 24 Bildern. Umgerechnet auf 24 Bilder würde der Fuji aber nur knapp 3,70 Euro kosten. Wegen des Qualitätsunterschiedes lohnt sich der teurere Film auf jeden Fall.

Ebenfalls zu bedenken: Für das Entwickeln eines Films wird ein bestimmter Festbetrag fällig – unabhängig von der Bilderzahl. Also sind die Kosten bei einem 24-Bilder-Film pro Bild höher als bei einem 36er. Diese Mehrkosten müsste der preisbewusste Käufer streng genommen auf den Filmkaufpreis aufrechnen.

Quelle bietet im Versandkatalog nur 24er Filme an. Nicht nur dass die Filme Revue Color 200 und Revue Color 400 am Ende unserer Qualitätstabelle rangieren, der 200er ist in seiner Gruppe mit Abstand der teuerste Film pro Bild. Bei den 400ern kostet der Quelle dann genauso viel wie der Fuji. Es lohnt sich also nicht, aus dem Quelle-Katalog Filme zu bestellen.

Qualität zum Kampfpreis bei Aldi

Der Außenseiter des Tests ist der Kodacolor VR 400 plus – nicht bei der Qualität (da reiht er sich in der Spitzengruppe der 400er Filme ein), sondern preislich. Dieser Film wird nur bei Aldi verkauft, und das zum Kampfpreis von zwei Euro für den Doppelpack. Für einen einzelnen Markenfilm von Fuji, der im Test nicht besser abschnitt, muss der Käufer deutlich mehr, nämlich 4,50 Euro hinlegen.

Solche Niedrigpreise lassen den Fotofachhandel verzweifeln. Ein Fachhändler, zitiert im Branchenblatt Markt intern, empfindet das als einen weiteren „Nackenschlag für den gebeutelten Foto-Fachhandel“. Ein weiterer deshalb, weil Aldi und Lidl bereits die bei uns mit „Gut“ bewerteten Filme Kodak VR 200 beziehungsweise Agfa XRG 200 billig anbieten.

Außergewöhnlich daran: Die beiden verschieden empfindlichen Kodak-Filme von Aldi kosten das Gleiche – zwei Euro im Doppelpack. So kann der Kunde ungeachtet des Kaufpreises auswählen, ob er einen etwas empfindlicheren 400er Film oder den etwas unempfindlicheren 200er haben will. Normalerweise kosten Filme mit der höheren ISO-Zahl deutlich mehr.

Zum Vergleich: Ein 400er Film braucht die Hälfte der Lichtmenge, die ein 200er benötigt, ein 800er nur ein Viertel. Doch während die Qualitätsun­terschiede zwischen ISO-400- und -200-­Filmen gering sind, lösen 800er feine Strukturen weniger auf. Wegen des gröberen Korns wirken Bilder bei starken Vergrößerungen grießig.

Dem Fujicolor 1600 genügt im Vergleich zu 200er Filmen ein Achtel der Lichtmenge. Er ist eher ein Film für Spezialisten, die schnell bewegte Objekte oder bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren wollen. Interessant: Trotz der hohen Empfindlichkeit ist seine Farbwiedergabe nicht schlechter als bei den 800ern.

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