Im Test: Die Ausbildung zum Berater

Jeder kann es werden. Farb-, Stil- oder Imageberater kann jeder werden. Ein Schild an der Tür, ein Eintrag im Branchenbuch reichen. Nur: Ohne fundiertes Wissen wird die Beratung kaum zur Zufriedenheit des Kunden ausfallen und die Geschäftsidee sich nicht bezahlt machen.

Acht Anbieter im Test. Doch wie einen guten Ausbilder finden? Testpersonen der Stiftung Warentest haben sich bundesweit bei acht exemplarisch ausgewählten Anbietern zum Farb-, Stil- oder Imageberater ausbilden lassen. Inhalt, Dauer und Preise der Kurse waren sehr unterschiedlich. Sie reichten von der Zwei-Tages-Fortbildung für Kosmetiker und Frisöre für 330 Euro bis zur dreimonatigen Ausbildung zur Farb- und Typstylistin für rund 2500 Euro.

Existenzgründung kam zu kurz. Eins war sieben von acht Ausbildern ge­mein­sam: Sie wollten auf eine anschließende selbstständige Tätigkeit vorbereiten und möglichst auch die Ausstattung dazu verkaufen (Grundausstattung 600 bis 1000 Euro). Die Lehrinhalte zur Existenzgründung kamen hingegen durchweg zu kurz.

Weitere Defizite. Nur drei Ausbilder haben nach Vorkenntnissen gefragt. Idealerweise sollte aber Vorbildung im Bereich Mode, Kosmetik oder – für die Imageberatung – Management, Psychologie mitgebracht werden, um kompetente Beratung leisten zu können. Bei den meisten Ausbildern mangelte es außerdem an Übungen und Praxisphasen. Und auch Hintergrundwissen zu Farbe und Stil sowie Beratungsmethoden kamen zu kurz. Die getestete Image-Ausbildung ging kaum über Farb- und Stilberatung hinaus. Dafür wurden in Einzelfällen zweifelhafte Glaubenssätze propagiert, zum Beispiel, die Farbe Grün helfe bei Liebesunfähigkeit und Herzbeschwerden.

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