Spaß für die ganze Familie

Familienspiele Test

Aqua Romana

Lange Leitungen. Grafische Gestaltung und Material erscheinen anfangs vielversprechend. Und kleine Spielrunden, die einfach nur kombinieren und verzweigte Wasserleitungen legen wollen, sind hier vielleicht ganz zufrieden, denn es wird nie richtig kompliziert. Bei etwas anspruchsvolleren Spielern will sich aber trotz des originellen Abrechnungsmechanismus keine rechte Spannung einstellen. Vielleicht, weil eigene Entscheidungen vor allem in Dreier- und Viererrunden oft wenig Einfluss haben. Schlimmstenfalls fällt man in einer Runde frühzeitig raus und kann nur noch lange zuschauen. Meist stiller, eher grüblerischer Spielverlauf. Nominiert zum Spiel des Jahres 2006.

test-Kommentar: Eigentlich eine schöne Spielgeschichte mit netter Aufmachung. Insgesamt jedoch nicht sehr spannend, eher glücksbetont und wenig kommunikativ.

Preis: Etwa 30,00 Euro.
Spieler: 2 bis 4.
Alter: ab 8 Jahre.
Dauer: 45 bis 60 Minuten.
Verlag: Queen Games.

Celtica

Familienspiele Test

Ein bisschen Fantasy. Einfache Regeln und der unkomplizierte Ablauf beim Sammeln von Amulettsteinen machen den Einstieg leicht. Dabei bestimmen vor allem die Karten, wie es von Station zu Station weitergeht. Trotzdem kann Taktik einiges ausrichten. Hier muss man Schadenfreude aushalten, kann sich aber auch über lohnende Fundstellen freuen. Dann gibt es gleich mehrere Steine für die Amulette. Funktioniert bei jeder Zahl von Mitstreitern gut. Spielefreaks ist das alles zu glücksabhängig.

test-Kommentar: Spielerisch eher leichte Kost mit dezent gruseligem Fantasy-Ambiente. Gut besonders für sammelfreudige Familienrunden. Taktiker können sich hier aber nicht ausleben.

Preis: Etwa 20,00 Euro.
Spieler: 2 bis 5.
Alter: ab 10 Jahre.
Dauer: 30 bis 45 Minuten.
Verlag: Ravensburger.

Cincinnati

Familienspiele Test

Zocker am grünen Tisch. Schon die liebevolle Gestaltung mit grünem Filz, echten Pokerchips, Würfeln und richtigen Lederbechern transportiert Casinoatmosphäre. Tatsächlich gehts hier zu wie im Spielsalon, wo es vor allem auf Karten- und Würfelglück an drei Tischen (Filzplatten) ankommt. Geld gibts nach dem, was die Karten sagen, und für den, der am besten pokert. Das Schöne: Fast immer spielen alle gleichzeitig, Wartezeiten sind praktisch unbekannt. Funktioniert in allen Besetzungen gut, zu sechst wie zu dritt.

test-Kommentar: Ein Glücksspiel pur, das auch gar nicht mehr sein will und nach Revanche schreit. Schnell erklärt und immer wieder neu und spannend, egal ob drei oder sechs Spieler mitmachen. Nichts für ausgebuffte Taktiker.

Preis: Etwa 35,00 Euro.
Spieler: 3 bis 6.
Alter: ab 10 Jahre, ab 8 für Spielerfahrene.
Dauer: etwa 45 Minuten.
Verlag: Amigo.

Hart an der Grenze

Familienspiele Test

Schöner schmuggeln. Moral bleibt hier außen vor: Es gewinnt, wer am besten schmuggelt, mogelt oder auch bestechen kann. Kurzum: Hier wird geblufft und betrogen, was das Zeug hält. Schadenfreude ist auch dabei, wenn andere beim Lügen erwischt werden und ihre liebevoll gestalteten Blechkoffer – sie sind wirklich aus Blech – öffnen müssen. In ihnen transportiert man mit mehr oder weniger offensichtlichen Lügengeschichten Krüge, Sombreros, Schnapsflaschen und anderes mehr am Zoll vorbei – oder eben auch nicht.

test-Kommentar: Äußerst kommunikativ und witzig, wenn man an Zocken und Bluffen Spaß hat. Gut vor allem für größere Runden bis sechs Spieler. Sehr schönes Material.

Preis: Etwa 24,00 Euro.
Spieler: 3 bis 6.
Alter: ab 10 Jahre, Spielgeübte ab 8 Jahre.
Dauer: 45 bis 60 Minuten.
Verlag: Kosmos.

Just 4 Fun

Familienspiele Test

Vier gewinnt – nicht immer. Hier stand das Zweierspiel „Vier gewinnt“ Pate. Es geht aber komplizierter zu, ohne ständiges Kopfrechnen klappt nichts. Auf welche Felder man Steine setzen könnte, bestimmen die Werte der Spielkarten, die man addieren kann – oder einzeln bedient. Wie man am besten setzt, erfordert viel Überlegung. Gewonnene Felder können auch wieder verlorengehen. Bis man vier Steine seiner Farbe auf eine waagrechte, senkrechte oder diagonale Gewinnlinie manövriert hat, kann viel Zeit vergehen. Bei vier Mitspielern klappt es manchmal sogar gar nicht. Grübler können für lange Pausen sorgen. Die Grafik des Spiels spricht nicht alle an. Nominiert zum Spiel des Jahres 2006.

test-Kommentar: Gut für Familienrunden, wenn alle wirklich gerne rechnen. Mit sehr einfacher Regel, sofort zum Losspielen. Ausgefuchste Taktiker vermissen aber einen größeren Einfluss auf das Spielgeschehen.

Preis: Etwa 24,00 Euro.
Spieler: 2 bis 4.
Alter: ab 10 Jahre.
Dauer: 20 bis 30 Minuten.
Verlag: Kosmos.

Nottingham

Familienspiele Test

Endlich mal der Böse sein. Wir sind im alten England in Nottingham. Hier treibt der Sheriff samt seinen Stellvertretern ziemlich rabiat Steuern ein. Man klaut und wird beklaut, bekommt aber immer etwas zurück, sodass man nie ganz leer dasteht. Bei diesem lockeren Kartenspiel nach dem Rommè-Prinzip hängt viel vom Glück ab, der eigene Einfluss ist begrenzt. Kinder lieben die Hinterhaltskarten, um andere zu bestehlen. Macht Stimmung, verläuft aber ohne große Höhepunkte.

test-Kommentar: Man ärgert andere und wird geärgert. Ein schnelles, vielseitiges Spiel, vor allem für Familien und altersgemischte Gruppen bis zu 7 Teilnehmern.

Preis: Etwa 13,00 Euro.
Spieler: 3 bis 7.
Alter: ab 10 Jahre, mit Spielerfahrung auch ab 8.
Dauer: 30 Minuten.
Verlag: Abacus.

Packeis am Pol

Familienspiele Test

Her mit den Fischen! Sechseckige Eisschollen bilden das jedes Mal unterschiedliche Spielfeld. Die Pinguine hüpfen von Scholle zu Scholle und kassieren sie samt den Fischen darauf. Schlecht nur, wenn die eigenen Pinguine nicht mehr weiterkommen. Denn über Löcher ohne Eisscholle können sie nicht hüpfen, ebenso wenig über andere Pinguine. Deshalb ist es manchmal besser, mit weniger Fischen zufrieden zu sein und vielleicht einem gegnerischen Pinguin den Weg zu verbauen. Funktioniert in allen Besetzungen: Je mehr mitmachen, desto weniger planbar. Mit Ärgerfaktor. Schöne Grafik.

test-Kommentar: Bei diesem kleinen Spiel stimmt alles. Es sieht aus wie ein simples Kinderspiel, kann trotz einfachster Regel aber ganz schön taktisch werden und ruft nach Revanche. Für Familienrunden, als Absacker für große Taktiker – und für Kinder, die einfach nur Fische sammeln wollen.

Preis: Etwa 20,00 Euro.
Spieler: 2 bis 4.
Alter: ab 8 Jahre, mit einfacheren Regeln ab 6 Jahre.
Dauer: 20 bis 30 Minuten.
Verlag: Phalanx.

Seeräuber

Familienspiele Test

Piraten stapeln. Beim Entern hat sich schon mancher Kapitän vertan. So auch hier, wenn er einen Schatz abräumt, das Auszahlen der Kopiraten aber sein Budget übersteigt. Deshalb müssen die Kapitäne haushalten und taktieren, wenn sie Piraten in Form von runden Holzscheiben gleich stapelweise sammeln. Wer viele Mitglieder der eigenen Mannschaft beim Entern dabei hat, spart natürlich beim Auszahlen. Aber manchmal käme ein Kapitän ohne Piraten anderer Mannschaften nicht auf das Schiff. Piraten dürfen aber auch meutern, und ein bisschen Aufruhr macht immer Spaß. Wer gewinnt, bleibt bis zum Schluss unklar. Ansprechendes, solides Material in kleiner Schachtel. Nominiert zum Spiel des Jahres 2006.

test-Kommentar: Ein schnell erklärtes, kleines Spiel, das mit der Zeit mehr Tiefgang zeigt, als man anfangs meint. Spielt sich zügig, klappt in allen Besetzungen. Gut für Familienrunden und zwischendurch.

Preis: Etwa 15,00 Euro.
Spieler: 3 bis 5.
Alter: ab 8 Jahre.
Dauer: 30 bis 45 Minuten.
Verlag: Queen Games.

Thurn und Taxis

Familienspiele Test

Familientaugliche Postkutschen. Hier kann jeder Postkutschenbetriebe einrichten und Häuser in die 22 Städte bauen, von Basel bis Lodz, von Mannheim bis Salzburg. Dabei muss man sich entscheiden: eine kleine bis mittlere Strecke auf eine Region – wie Bayern oder Böhmen – konzentrieren oder lieber eine lange Kette bilden mit Städten in möglichst vielen Regionen. Bonuspunkte gibt es beispielsweise für flächendeckende Präsenz in einem Land. Spiele-freaks können immer wieder von neuem nach den taktisch besten Zügen suchen. Man kann aber auch relativ einfach spielen. Spiel des Jahres 2006.

test-Kommentar: Schön aufgemacht, spannend und mit vielen Möglichkeiten. Gut für Familien als Einstieg ins taktische Spielen, aber auch für Taktikfreaks. Man braucht aber schon ein, zwei Runden, um die Feinheiten zu erfassen. Klappt auch gut zu zweit, aber nur begrenzt kommunikativ.

Preis: Etwa 25,00 Euro.
Spieler: 2 bis 4.
Alter: ab 10 Jahre.
Dauer: etwa 60 Minuten (anfangs auch 90 Minuten oder mehr).
Verlag: Hans im Glück.

Um Ru(h)m und Ehre

Familienspiele Test

Räuberische Mengenlehre. Anfangs müssen sich die Piraten schon durchkämpfen, ehe sie den Durchblick durch die Spielregel haben. Aber dann fesselt das Sammeln von Schätzen, Rumfässern und Ehrenpunkten immer stärker. Dass viel Glück im Spiel ist, trübt angesichts der sonst ausgefeilten Regeln auch Taktikern kaum den Spaß. Nach und nach erklären sich dann auch die rund 170 Plättchen quasi von alleine. Schön: der variable Spielplan. Geschmackssache: die ziemlich düstere Aufmachung.

test-Kommentar: Ein stimmungsvolles, atmosphärisches Spiel, das immer spannender wird. Gut für Familien und Freaks, nicht für lupenreine Strategen. Allerdings: Unter zwei Stunden geht es anfangs kaum; aufwändiges Regelwerk. Am besten für Runden ab drei.

Preis: Etwa 25,00 Euro.
Spieler: 2 bis 5.
Alter: ab 9 Jahre.
Dauer: 60 bis 75 Minuten.
Verlag: Alea.

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