Familienspiele Test

Welche Spiele machen wirklich Spaß? Wir stellen 18 gelungene Neuer­scheinungen vor: für Groß und Klein, Glücksspieler, Tüftler und Strategen.

Bluff, Tarnung und Täuschung machen im richtigen Leben alles andere als Spaß. Anders beim Spielen. Oft geben erst die kleinen Gemeinheiten die richtige Würze. Beim Kartenglücksspiel „Saboteur“ zum Beispiel sorgen sie für Verblüffung und Spannung. Und wer spielt, sucht genau das: Entspannung und Spaß. Was keiner will: Ein neues Spiel frustriert beiseite legen, weil einfach kein Spaß aufkommen will. Um das zu vermeiden, haben wir aus den Neuer­schei­n­ungen dieses Jahres Spiele ausgesucht, die wirklich funktionieren.

Da wären zunächst die als „Spiel des Jahres 2004“ prämierten oder nominierten Neuer­scheinungen. Die beiden Sieger haben auch allen unseren Testspielern ge­­fallen. Das gilt für „Geistertreppe“ in der Kategorie Kinderspiel, bei der schon die Vierjährigen erfolgreich gegen die Großen antreten können. Und es gilt erst recht für „Zug um Zug“, ein typisches Familienspiel ab 8 Jahre, das zu zweit genauso gut funktioniert wie zu fünft. Es ist so spannend, dass man schnell auf Revanche sinnt.

Auch an den Spielen auf den Nominierungslisten hatten wir wenig auszusetzen. Aber immerhin: Während der Verlag das Puzzlespiel „Macius“ für Kinder von vier bis zwölf Jahre empfiehlt, stellte sich heraus: Schon für Grundschüler ist es bald nicht mehr spannend genug. Umgekehrt dürften viele Zehnjährige überfordert sein, wenn sie sich ohne Anleitung von Älteren durch das Regelwerk von „Sankt Petersburg“ wühlen müssten. Solche Altersangaben können dem Beschenkten die Freude gründlich verleiden. Wir haben die Altersangaben der Verlage überprüft. Wenn ein Spiel ab 6 Jahre geeignet ist, kann es bei uns in zwei Kategorien auftauchen: „Für die Kleinsten“, wenn es vor allem Kinder unter sich spielen, in „Spielspaß für alle“, wenn auch Erwachsene gern mitmachen.

Einfache Regeln

Familienspiele Test

Bei den meisten Spielen, die wir hier vorstellen, können die Beteiligten schnell loslegen. Was einfache Anleitungen betrifft, war dieses wieder ein gutes Jahr. Oft gibt es auch noch Kurzanleitungen wie bei „San Juan“ oder sogar Strategietipps wie bei „Sankt Petersburg“. Solche Regeln erleichtern den Einstieg enorm. Ebenso die interaktive Einführung auf dem Computer, die „Anno 1503“ bietet. Das ist eine erfolgreiche Umsetzung des gleichnamigen Computerspiels und könnte den Weg vom PC zurück an den Spieltisch ebnen.

Schönes Design

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Bei Kinderspielen sind Holz und Naturmaterialien auf dem Vormarsch. Nicht nur Kleine fasziniert bei „Insel der Schmuggler“ der sich drehende Leuchtturm. Alle lieben bei der „Geistertreppe“ den magnetischen Klick, mit dem die Spielfiguren unter den Geisterumhängen verschwinden, oder die Segelschiffe und Inseln aus „Schnelle Welle“.

Zwischen 6 und 40 Euro

Die Spiele im Test kosten 6 Euro („Saboteur“) bis zu rund 40 Euro („Raja“). Manchmal lohnt es sich, eine Saison zu warten und nach Oldies auszu­schauen. Viele Spiele landen bald sehr viel billiger in den Läden.

Tipp: Falls Sie ein bestimmtes Spiel im Geschäft nicht bekommen: In „Adressen“ stehen die Verlage und Versender, auch für Blindenspiele.

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