Verändert ein Ehepartner nach einer Trennung und während der Abwesenheit des anderen eigenmächtig die Ehewohnung, kann das Familien­gericht dem anderen die Wohnung zur alleinigen Nutzung zuweisen.

Frau und Sohn waren auf Kur

In dem vom Ober­landes­gericht Düssel­dorf entschiedenen Fall tauschte der Ehemann ohne Absprachen mit seiner Frau das Schloss der Eingangs­tür aus. Außerdem entfernte er mehrere Steck­dosen­abdeckungen. Währenddessen waren Frau und Sohn auf einer Mutter-Kind-Kur.

Besonderer Härtefall

Das Verhalten des Ehemannes führe dazu, dass ein weiteres Zusammen­wohnen für den Partner unerträglich geworden sei, urteilte das Gericht. Dies sei ein besonderer Härtefall, der es recht­fertige, der Ehefrau die alleinige Nutzung der Wohnung zuzu­sprechen. Die Ehefrau müsse befürchten, dass ihr Mann weitere Veränderungen vornehmen werde, ohne sie mit ihr vorher zu besprechen.

Gericht: Auszug schafft Klarheit

Eine räumliche Trennung sei auch erforderlich, um das Kind aus den Streitig­keiten der Eltern heraus­zuhalten. Der Auszug des Vaters schaffe Klarheit für das Kind (Az. II-6 UF 42/16).

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