Tipps für verheiratete Eltern

  • Steuerklasse. Durch die Wahl der Steuerklasse in den zwölf Monaten vor der Geburt Ihres Kindes können Sie die Höhe des Elterngeldes beeinflussen. Das meiste Elterngeld sichern Sie sich, wenn der Elternteil, der den größeren Teil des Elterngeldes bekommen wird, im Jahr vor der Geburt Steuerklasse 3 hat. Die Wahl der Steuerklasse ist leicht. Beide Ehepartner gemeinsam beantragen sie bei der für sie zuständigen Kommune und legen die Lohnsteuerkarten vor. Die neuen Lohnsteuerklassen werden dann eingetragen. Der Wechsel ist einmal pro Jahr bis spätestens zum 30. November möglich. Bei berechtigtem Interesse sind auch mehrere Wechsel pro Jahr möglich. Nach der Geburt des Kindes ist oft ein weiterer Wechsel der Steuerklasse sinnvoll. Der allein verdienende Elternteil sollte Steuerklasse 3 wählen.
  • Freibeträge. Wenn Sie Freibeträge auf der Steuerkarte eintragen lassen können, sollten Sie das unbedingt tun. Auch sie führen zu einem höheren Nettoeinkommen auf der Gehaltsabrechnung und damit zu einem höheren Elterngeld. Details zu Freibeträgen liefert der Finanztest-Report Gehaltsabrechnung.
  • Steuernachzahlung. Wenn Ihre Familie Elterngeld erhält, sollten Sie für diese Zeit mit einer Steuernachzahlung rechnen und das Geld dafür beiseite legen. Das Elterngeld ist zwar nicht steuerpflichtig, aber es löst den so genannten Progressionsvorbehalt aus. Das verbleibende Einkommen wird wegen des Elterngelds mit einem höheren Steuersatz versteuert. Bei der Ermittlung der Lohnsteuer, die der Arbeitgeber direkt ans Finanzamt zahlt, wird dieser Progressionsvorbehalt jedoch nicht berücksichtigt. Bei Bearbeitung der Steuererklärung wird sich daher in vielen Fällen eine Nachzahlung ergeben.
  • Elternzeit. Voraussetzung für eine Verlängerung des Elterngelds von zwölf auf 14 Monate ist eine Verringerung des Erwerbseinkommens für mindestens zwei Monate. Der Elternteil, der erwerbstätig ist, muss also innerhalb der 14 Monate nach der Geburt mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen. Wenn Sie Elternzeit beanspruchen wollen, müssen Sie dies beim Arbeitgeber spätestens sieben Wochen vor Beginn beantragen. Nur wenn dringende Gründe vorliegen, ist eine Verkürzung der Frist möglich. Noch zu beachten: Sie dürfen die Elternzeit nur auf zwei Zeitabschnitte verteilen. Eine weitere Verteilung ist nur möglich, wenn der Arbeitgeber mitzieht. Sprechen Sie Ihre Pläne am besten rechtzeitig mit Ihrem Arbeitgeber ab. Über Details zur Elternzeit informiert der Finanztest-Report Junge Eltern.
  • Informationen. Zahlreiche Informationen zu sämtlichen Details des Elterngeld-Gesetzes und einen Elterngeld-Rechner liefert www.elterngeld.net.
  • Partnerschaften. Sämtliche Tipps gelten sinngemäß auch für eingetragene Partnerschaften, bei denen mindestens einer der Partner auf Lohnsteuerkarte arbeitet. Wenn Sie oder Ihre Partnerin ein Kind bekommen oder Sie gemeinsam ein Kind adoptieren, greift das Elterngeld-Gesetz ebenfalls und lässt sich der Elterngeld-Anspruch durch die Wahl der Steuerklasse optimieren. Als unverheiratetes Paar haben Sie und Ihr Partner ebenfalls Anspruch auf Elterngeld. Die Höhe lässt sich jedoch nicht durch die Wahl der Steuerklasse beeinflussen.
  • Selbstständige. Auch als Unternehmer oder Freiberufler erhalten Sie selbstverständlich Elterngeld. Sie haben jedoch keine Möglichkeit, die Höhe zu beeinflussen. Maßgeblich ist bei Ihnen der nach Steuerregeln ermittelte Gewinn nach Abzug der darauf zu zahlenden Steuern und der Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung.

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