Checkliste

Prüfen Sie, ob Ihnen Kindergeld zusteht:

  • Anspruchszeit. Bis zum 18. Geburtstag Ihres Kindes bekommen Sie ohne weiteres Kindergeld. Danach gibt es das Geld nach der bisherigen Regelung nur, wenn der Nachwuchs:
    - zwischen 18 und 21 Jahre alt und ­arbeitssuchend ist oder
    - zwischen 18 und 27 Jahren ist und eine Ausbildung macht oder
    - mangels Stelle seine Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen kann oder
    - das freiwillige soziale/ökologische Jahr, Freiwilligendienst oder
    - das EU-Programm „Jugend“ absolviert.
    Tipp: Streicht die Kasse das Geld, obwohl Ihr Kind während der Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht mehr als 400 Euro im Monat verdient, legen Sie Einspruch ein. Hierzu entscheidet der Bundesfin­anzhof (Az. III R 46/05).
  • Überbrückungszeiten. Zeiten bis zu vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten oder zwischen einem Ausbildungsabschnitt und dem Wehr- oder Zivildienst oder einem freiwilligen ökologischen Jahr zählen als Kindergeldmonate.
  • Zivildienst oder Wehrdienst. In dieser Zeit gibt es kein Kindergeld.
  • Einkünfte und Bezüge. Ab dem 18. Geburtstag entfällt das Kindergeld, wenn Ihr Nachwuchs im Jahr mehr als 7 680 Euro Einkünfte (zum Beispiel Lehrlingsgeld ­minus Werbungskosten) und Bezüge (etwa Bafög) hat. Wird Ihr Kind am 15. Juli 18 Jahre alt, darf es von August bis Dezember nicht mehr als 3 200 Euro (5/12 von 7 680 Euro) Einkünfte und ­Bezüge haben. Wird diese Grenze überschritten, streicht die Familienkasse von August bis Dezember das Kindergeld.
    Tipp: Arbeitet Ihr Kind bis zum Beginn der Ausbildung in einem Vollzeitjob, zählt der Verdienst aus dieser Zeit, in der Sie kein Kindergeld bekommen, bei der Kindergeldrechnung für die anderen Monate nicht mit. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden (Az. III R 67/04).
  • Ausgaben. Vom Ausbildungsgehalt können Sie ohne Nachweis die Arbeitnehmerpauschale von 920 Euro oder nachgewiesene höhere Werbungskosten zum Beispiel für Heimfahrten und Arbeitsmittel abziehen. Bafög und andere steuerfreie Bezüge kürzen Sie um 180 Euro Kostenpauschale sowie um ausbildungsbedingte Kosten wie Studiengebühren und Kosten für Heimfahrten.
  • Heimfahrten. Kosten für Heimfahrten zählen, wenn Ihr Nachwuchs auswärts lernt, aber den Lebensmittelpunkt am Heimatort behält, weil dort zum Beispiel seine Freunde leben oder er Mitglied in einem Verein ist. Der Lebensmittelpunkt ist belegt, wenn er im Schnitt zweimal im Monat nach Hause fährt. Dann können Sie pauschal je Entfernungskilometer 30 Cent vom Einkommen abziehen.
    Tipp: Fährt Ihr Kind wegen der weiten Entfernung seltener nach Hause, sollten Sie kontern. War Ihr Kind einschließlich Ferien mindestens 48 Tage im Jahr in der Heimatwohnung, war es nicht weniger Tage zu Hause als derjenige, der zweimal im Monat ein Wochenende dort verbringt. Er kommt auch nur auf 48 Tage.
  • Beiträge zur Sozialversicherung. Azubis können ihren Anteil der Sozialabgaben vom Einkommen abziehen (Bundesverfassungsgericht, Az. 2 BvR 167/02).
    Tipp: Ob bei Studenten oder Beamten Krankenversicherungsbeiträge die Einkünfte mindern, ist noch offen. Das Niedersächsische Finanzgericht meinte ja (Az. 2 K 477/04). Jetzt muss der Bundesfinanzhof urteilen (Az. III R 72/05). Lehnt die Kasse ab, ist ein Einspruch sinnvoll.
  • Kapitalerträge. Zinsen und Dividenden zählen beim Einkommen mit. Allerdings können Sie Werbungskosten oder 51 Euro Werbungskostenpauschale abziehen.

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