Auch nach dem 18. Geburtstag muss die Familienkasse Kindergeld zahlen - allerdings nur dann, wenn die Einnahmen der Kinder 7.188 Euro jährlich nicht übersteigen - und die Eltern einen entsprechenden Antrag stellen, in dem sie die Einnahmen des Kindes darlegen. Mit der Prüfung dieser Angaben kommen die Familienkassen allerdings kaum hinterher. Folge: Oftmals schleichen sich Fehler ein. Im schlimmsten Fall wird das Kindergeld zu Unrecht gestrichen. Eltern sollten den Bescheid daher gut prüfen und notfalls Einspruch einlegen. Zudem können die Einnahmen durch eine Reihe von Abzügen unter die Jahresgrenze gedrückt werden. Finanztest sagt, wann der Antrag auf Kindergeld Erfolg verspricht, wie die Einnahmen gedrückt werden können und was bei Fehlentscheidungen der Familienkasse zu tun ist.

Grundsätzlicher Anspruch

Bis zum 18. Lebensjahr erhalten Eltern ohne Einschränkungen das Kindergeld. Bis zum 21. vollendeten Lebensjahr bleibt der Anspruch bestehen, wenn das Kind arbeitslos ist. Darüber hinaus zahlt die Familienkasse bis zum vollendeten 27. Lebensjahr des Kindes unter folgenden Bedingungen:

  • Das Kind absolviert eine Ausbildung. Dazu zählt auch Au-pair, wenn ein Sprachunterricht von mindestens zehn Unterrichtsstunden pro Woche integriert ist.
  • Nach Abschluss der Lehre besucht das Kind aufgrund von Arbeitslosigkeit einen Anpassungslehrgang vom Arbeitsamt.
  • Trotz intensiver Bemühungen bekommt der Nachwuchs keinen Ausbildungsplatz.
  • Das Kind legt innerhalb der Ausbildung eine Pause von ein bis vier Monaten ein. Diese muss aber zwischen zwei Ausbildungsabschnitten, vor Beginn beziehungsweise nach Ende des Wehr- oder Zivildienstes oder des freiwilligen ökologischen Jahres liegen.

Bei Wehr-, Ersatz- oder Polizeidienst oder einer Tätigkeit als Entwicklungshelfer verschiebt sich die Altersgrenze um diese Zeit.

Prognoserechnung machen

Erfüllt das Kind eine der genannten Bedingungen, müssen Eltern eine so genannte Prognoserechnung für die Familienkasse erstellen. Diese enthält die Einnahmen des Kindes für den relevanten Zeitraum. Doch Eltern können diese um bestimmte Ausgaben drücken. Das kann wesentlich für einen positiven Bescheid von der Kasse sein, denn die Einnahmen des Sprösslings dürfen die Jahresgrenze von 7.188 Euro nicht überschreiten. Monate bis zum Beginn der Volljährigkeit und solche, in denen kein Anspruch auf Kindergeld besteht, gehören nicht in die Berechnung. Die Jahresgrenze muss dann entsprechend um je ein Zwölftel gekürzt werden.

Bescheid prüfen

Lehnt die Familienkasse die Zahlung ab, sollten Eltern nicht gleich aufgeben. Oft ist dies nicht das letzte Wort. Erster Schritt: Innerhalb der Frist von vier Wochen müssen Eltern Einspruch einlegen. Da in vielen Streitigkeiten die Entscheidungen der Richter noch ausstehen, sollten sich Eltern auch über laufende Verfahren informieren. Hilfreich kann auch sein, die Entscheidungen des Bundesfinanzhofs zu verfolgen.

Später noch Geld

Bleiben die Einnahmen am Jahresende entgegen der Prognoserechnung doch unter der Obergrenze, erhalten Eltern auch nachträglich noch Kindergeld. Daher ist es besonders wichtig, am Jahresende noch einmal genau zu rechnen und die tatsächlichen Ausgaben genau aufzulisten. Andererseits kann die Familienkasse aber auch Kindergeld zurückfordern, wenn die tatsächlichen Einkünfte den Jahreswert übersteigen.

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