Eltern müssen aufpassen. Bei den Nachzahlungen zur Familienförderung der Jahre 1983 bis 1995, die seit einigen Monaten laufen, kommt es offensichtlich zu Fehlern. Dadurch bekommen viele Mütter und Väter zu wenig oder gar kein Geld zurück.

Das passiert nach Erkenntnis des Bundesverbandes der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin vor allem Eltern, deren Kinder zwischen 1983 und 1995 bereits mindestens 16 waren und die als Auszubildende mehr als 750 Mark im Monat verdient haben. Mit dem Fehler rechnen müssen aber zum Beispiel auch Mütter und Väter, deren Kinder ihre Ausbildung in den fraglichen Jahren wegen Wehr- oder Zivildienst unterbrochen hatten.

In beiden Fällen erhielten Eltern damals nur Kinderfreibeträge. Viele Finanzämter tun jetzt aber so, als hätten sie auch Kindergeld bekommen. Erhalten Eltern deshalb zu wenig Nachschlag, können sie neu erlassene und falsch geänderte Steuerbescheide mit einem Einspruch korrigieren lassen. Dazu haben sie nach deren Bekanntgabe einen Monat lang Zeit.

Gibt es überhaupt kein Geld und deshalb auch keinen neuen Steuerbescheid, sollten Betroffene ihr Finanzamt schriftlich auf den potenziellen Fehler aufmerksam machen und um neue Berechnungen bitten. Alternativ kommt der Gang zum Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein infrage. Das kostet aber Geld.

Tipp: Ob mit oder ohne fremde Hilfe: Auf jeden Fall ist wichtig, dass Sie dem Finanzamt beweiskräftige Belege aus den fraglichen Jahren vorlegen. Das können zum Beispiel ablehnende Bescheide von Kindergeldkassen oder Bescheinigungen über die damaligen Wehr- und Zivildienstzeiten sein.

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