In letzter Zeit mussten die Finanzäm­ter bei vielen Eltern die Familienförderung aus den Jahren 1983 bis 1995 nachbessern. Die Kinderfreibeträge waren nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts damals zu niedrig. Doch einige Eltern sind beim Nachschlag durch einen Rechenfehler wieder zu schlecht weggekommen, urteilte jetzt der Bundesfinanzhof in München (Az. VI R 30, 31/01). Die Finanzverwaltung wird deshalb betroffenen Eltern, deren Steuerbescheide noch offen sind, Geld nachzahlen müssen.

Der Fehler ist vor allem bei Eltern passiert, die in den strittigen Jahren nicht nur Kinderfreibeträge, sondern auch Kindergeld erhalten haben. Wurde das Kindergeld nicht das ganze Jahr gezahlt, weil die Kinder zum Beispiel erst im Juni auf die Welt kamen oder ihre Ausbildung beendeten, haben die Finanzämter bei der Berechnung des Nachschlags trotzdem Kindergeld fürs ganze Jahr angerechnet. Sie dürfen aber nur so viel mitzählen, wie die Eltern auch erhalten haben, urteilte der Bundesfinanzhof.

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