Vermieter sollten Mietverträge mit Verwandten wie mit Fremden schließen. Andernfalls können sie beim Werbungskostenabzug Probleme bekommen. Ungereimtheiten und Lücken im Vertrag gefährden die Steuerersparnis. Entscheidend ist aber auch, ob fremde Mieter im Haus ebenfalls mangelhafte Verträge haben und was der Vermieter in der Praxis macht. Das wurde in einem Fall, in dem Finanzamt und -gericht die Steuerersparnis verweigerten, nicht ausreichend beachtet, entschied der Bundesfinanzhof (Az. IX R 68/99).

In dem Verfahren hatte ein Vermieter ein Ober- und Dachgeschoss mit zwei Mietwohnungen gebaut. Eine davon vermietete er an Verwandte und die andere an Fremde. Er schloss für beide Wohnungen einen Formularmietvertrag ab, in dem es Ungereimtheiten und Lücken gab. So war ein Vorschuss für Heizkosten vereinbart. Trotzdem war die vorgedruckte Zeile, dass die Miete sämtliche Betriebskosten enthält, nicht gestrichen. Für das Streitjahr rechnete der Vermieter dann keine Heizkosten, dafür aber andere Betriebskosten ab. Für die hatte er – anders als sonst üblich – keinen Vorschuss vereinbart.

Da das Gericht der ersten Instanz die Mängel im Vertrag und die Widersprüche zwischen Theorie und Praxis nicht ausreichend gewürdigt hat, muss es den Fall neu beurteilen.

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