Falt­schloss von Tchibo im Test „Gut gesichert“ für 18 Euro?

4
Falt­schloss von Tchibo im Test - „Gut gesichert“ für 18 Euro?
© Tchibo

Unter dem Motto „Fahr wieder Rad“ eröffnet Tchibo die Fahr­radsaison und bietet ein falt­bares Schloss mit spezieller Technik: 14 bogenförmige Teilsegmente versprechen Flexibilität beim Anschließen und platz­sparenden Trans­port. Ob Ihr Rad mit dem Schloss für 17,95 Euro tatsäch­lich „gut gesichert“ ist, wie die Tchibo-Werbung behauptet, zeigt der Schnell­test.

Ein leichtes Schloss zum Einrollen

Das falt­bare Fahr­radschloss von Tchibo ist ein echter „Hingu­cker“. Aufgrund seiner speziellen Bauart kann es für den Trans­port rund um den Schließ­zylinder gewi­ckelt werden. So ergibt sich eine kompakte Rolle in Form einer Erdnuss­dose. Die lässt sich im Ruck­sack trans­portieren oder mithilfe der beigefügten Halterung platz­sparend am Fahr­radrahmen befestigen. Positiv: Das Schloss wiegt nur etwa 500 Gramm.

Das Anschließen klappt

Trotz des geringen Gewichts sind die bogenförmigen Segmente des Tchibo-Falt­schlosses immerhin ausreichend lang und beweglich, um damit zum Beispiel gleich­zeitig Rahmen und Hinterrad an einem Pfahl anzu­schließen. Allerdings darf der Pfahl nicht allzu dick sein.

In Sekunden­schnelle geknackt

Wie aufbruchsicher das Schloss ist, haben ein Experte und zwei hand­werk­lich geschickte Laien über­prüft. Das Ergebnis ist enttäuschend. Den Prüfern gelang das Knacken sogar mit einfachen Werk­zeugen. Und der Bruch gelang recht schnell: Je nach Methode benötigten sie weniger als eine Minute – im schnellsten Fall sogar weniger als 15 Sekunden. So ist das Schloss auch keine Empfehlung für Radler, die einfache Schlösser gerne nutzen, um ihr Fahr­rad nur für kurze Zeit zu sichern – etwa während sie einkaufen: Kommen sie zurück aus dem Laden, könnte das Fahr­rad weg sein.

Ein Schloss mit einge­bautem Such­spiel

Wer das aufgerollte Schloss erst­mals in die Hand nimmt, hat zudem ein Problem: Auf Anhieb lässt es sich nicht ent­rollen. Auch die Anleitung ist hier wenig hilf­reich. Der Kunde muss erst einmal einige Zeit lang versuchen, das Anfangs­segment zu finden, das sich dann mit leichtem Kraft­aufwand heraus­ziehen lässt. Wer Hand­schuhe trägt oder das Rad in der Dunkelheit aufschließen möchte, hat schlechte Chancen.

Das Abschließen funk­tioniert einfach

Das Abschließen funk­tioniert hingegen recht einfach. Dafür benötigt man nicht einmal den Schlüssel: Zusammen­stecken und Knopf drücken. Auch ansonsten erweist sich die Hand­habung meist als relativ einfach. Die Bedienungs­anleitung ist hilf­reich – abge­sehen von der kaum erläuterten Erst­nutzung. Außerdem erfreulich: Bei der Schad­stoff­prüfung hatten unsere Chemiker nichts zu bean­standen.

Fazit: Das Schloss ist nicht zu empfehlen

Von wegen „gut gesichert“. Das falt­bare Fahr­radschloss von Tchibo ist relativ einfach und schnell zu knacken. Schade, denn das geringe Gewicht und die flexiblen Einsatz­möglich­keiten sind Plus­punkte. Wenn Sie als Käufer des Schlosses jetzt ins Grübeln geraten: Online-Kunden von Tchibo können das Schloss im Rahmen des Widerrufsrechts inner­halb von 14 Tagen ab Erhalt zurück­senden. Wenn Sie Ihr Schloss behalten wollen, sollten Sie es eher als Zweitsicherung nutzen, etwa in Kombination mit einem anders­artigen Schloss, zum Beispiel einem Rahmenschloss oder einem Bügel­schloss. Motto: Doppelt hält besser.

Tipp: Weitere Informationen finden Sie in unserem Fahrradschlösser-Test.

4

Mehr zum Thema

  • Fahr­radkauf, Zubehör, Reparaturen Das empfiehlt die Stiftung Warentest

    - Rauf auf’s Rad! Wir sagen, worauf Sie beim Fahr­radkauf achten müssen oder wie Sie Ihr Rad wieder flott machen. Außerdem alles zu Zubehör, Verkehrs­regeln und Radreisen.

  • Fahr­radschloss-Test Die besten Fahr­radschlösser

    - Sind Bügelschlösser besser als Kettenschlösser? Fest steht: Sichere Schlösser sind nicht leicht zu finden. Das zeigt der Fahr­radschloss-Test der Stiftung Warentest.

  • Kinder­fahr­räder im Test Das güns­tigste Rad ist am sichersten

    - Schad­stoffe, schwache Bremsen, Risse im Dauer­test: Einige Kinder­fahr­räder haben dicke Probleme. Wir fanden im Test aber auch sichere Räder – darunter das güns­tigste.

4 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Asuvedo am 11.04.2015 um 12:01 Uhr
Was gut ist muss nicht teuer sein

Aber was gut ist, ist leider auch schwer, jedenfalls ziemlich schwer. Kein renommierter Hersteller konnte bisher jedenfalls ein Schloss entwickeln, an dem sich die Profis die Zähne ausbeißen und das leicht gebaut war. Das liegt in der Natur der Materialien. Was haltbar sein soll, muss aus gutem, gehärtetem Stahl gefertigt sein. Und der wiegt nun mal ein wenig. Meist sind dies Bügelschlösser, die allerdings auch ein gutes, stabiles Schloss haben müssen.

Hotztrompeter am 23.03.2015 um 13:44 Uhr
Reinfall

Sah ja zuerst gut aus, aber nicht zu benützen, Fürs Fahrrad mit normalen Speichen nicht geeignet verkannten. Wie kann man so was nur anbieten?

wacctl am 22.03.2015 um 23:19 Uhr
Betrug am Kunden!

Dass sich Tschibo nicht schämt, seinen Kunden, solch einen Mist zu verkaufen. Früher stand Tschibo für gute Qualität zum günstigen Preis und heute: "fast nur noch Mist u. Scheiss".

siriustag21 am 21.03.2015 um 22:03 Uhr
Das Abschließen funktioniert nicht am Rad

Jedenfalls bei meinem Rad (übrigens bei Tchibo gekauft) müssten die Segmente verkantet werden, damit das Schloss schließt und dies ist unmöglich. Ich werde das Schloss zurückgeben.