Faltenunterspritzungen

Glattes Ergebnis – für ein paar Monate. Um die tieferen Zorn-, Stirn- und Nasolabialfalten zu füllen, spritzen Ärzte die unterschiedlichsten Substanzen unter die Haut.

Kollagen. Das erste Material, mit dem man Falten auffüllte, war Kollagen aus Kälberhaut. Es stammt von überwachten Rinderherden aus den USA, das BSE-Risiko gilt als sehr gering. Relativ hoch ist die Wahrscheinlichkeit allergischer Reaktionen: Drei Prozent der Pa­tienten sind gegen das Rindereiweiß sensibilisiert. Allergietests schon Wo­chen vor einer Unterspritzung sind Pflicht. Um das zu umgehen, wurde in den USA „Human Collagen“ aus menschlichen Hautzellen gezüchtet. In Deutschland ist es aber noch nicht zugelassen. Kollagen wird vom Körper in wenigen Monaten verstoffwechselt und abgebaut. Ist die faltenglättende Wirkung dahin, kann beliebig oft nachgespritzt werden.

  • Kosten: zirka 300 Euro pro Spritze.

Eigenfett. Unterspritzungen mit diesem Material minimieren das Risiko einer Allergie. Das ist jedoch mit einem operativen Eingriff – Fettab­saugen – verbunden, funktioniert also nicht ohne Skalpell.

Hyaluronsäure gilt als sicher und wird häufig verwendet (Markenname: Hyalaform, Restylane). Die körpereigene Kitt-Substanz aus Zuckermolekülen ist für die Elastizität des Bindegewebes verantwortlich. Für Unterspritzungen wird das glasige Gel aus Hahnenkämmen oder Bakterienkulturen ge­wonnen. Es soll keine Allergien verur­sa­chen, Unverträglichkeitsreaktionen wie kurzzeitige Schwellun­gen können jedoch auftreten. Bei unsach­gemäßer Behandlung kann es zu Unregelmäßigkeiten im Hautbild kommen, die verschwinden, sobald das Gel vom Körper abgebaut wird. Hyaluronsäure wirkt je nach Hautstruktur und Lebensstil sechs bis zwölf Monate. Nachspritzen ist möglich.

  • Kosten: etwa 350 Euro pro Spritze.

„Aber besser öfter nachspritzen als einmal ein Permanentmaterial unterspritzen lassen“, rät Dermatologe Gregor Wahl aus Berlin. Permanentprodukte (Markennamen: Artecoll, Dermalife) enthalten Kunststoffkügelchen oder Silikon. Sie können noch nach Jahren zu Entzün­dun­gen führen oder sichtbar unter der Haut verklumpen.

New Fill heißt ein neues Material aus synthetisch hergestellter Milchsäure. Sie soll Falten auffüllen und die Neubildung von körpereigenem Bindegewebe anregen können. Allergische Reaktionen sind noch nicht be­kannt. „Durch falsche Wirkstoffkonzentration und zu oberflächliches Spritzen kann es hier jedoch zu Knotenbildungen kommen“, erklärt Gregor Wahl. Eine Wirkungbis zu mehreren Jahren ist möglich.

  • Kosten: etwa 400 Euro pro Spritze.

In manchen Bundesländern dürfen auch Kosmetikerinnen Unterspritzungen machen. Der Bundesverband der Deutschen Kosmetikerinnen rät aber, die Behandlung einem erfahrenen Arzt zu überlassen.

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