Kein Anspruch auf Dispokredit

Einen Anspruch auf einen Dispokredit zum Giro­konto gibt es nicht (zum Vergleich Girokonto). Die Banken räumen ihren Kunden den Über­ziehungs­rahmen freiwil­lig ein. Voraus­setzungen sind Voll­jährigkeit, deutscher Wohn­sitz und ein regel­mäßiges Einkommen. Das sind zum Beispiel Gehalt, Rente und Unterhalt. Die Dispohöhe legt die Bank fest, meist sind es bis zu drei Monats­gehälter. Der Kunde kann auch über eine höhere Summe verhandeln oder den Kredit­rahmen verringern lassen.

Dispo hängt von Schufa ab

Einen Dispokredit machen die Banken auch von einer einwand­freien Schufa-Auskunft abhängig (Gespeicherte Daten prüfen). Gibt es negative Einträge, zum Beispiel offene Zahlungs­forderungen oder einen nicht bedienten Kredit, kündigt die Bank den Dispo frist­los oder vergibt ihn erst gar nicht. Abge­sehen vom negativen Schufa-Eintrag kann die Bank den Dispo jeder­zeit mit einer Frist von vier Wochen verringern oder ganz kündigen. Sie muss das nicht einmal begründen.

Wann die Banken den Dispo kürzen oder kündigen

Eine Nach­frage von Finanztest bei 22 Banken ergab, dass der Erhalt von Lohn­ersatz­leistungen wie Kranken-, Eltern- oder Kurz­arbeitergeld nicht auto­matisch ein Grund für die Dispokündigung ist. Ein Dispo werde gekürzt oder gestrichen, wenn es ein Miss­verhältnis zwischen Konto­umsätzen und dem Dispo gebe, jegliche Gutschriften ausblieben oder die Konto­führung dauer­haft angespannt sei.

Die meisten der befragten Banken wollen in diesen Fällen zunächst das Limit herab­setzen. Vor einer Dispokündigung wollen sie mit dem Kunden über eine Lösung beraten. Gut, wenn es dafür einen Kundenberater gibt. Schlecht, wenn die Prüfung maschinell erfolgt, wie uns die Stadt­sparkasse München mitteilte, oder wie im Fall der Consors­bank-Kundin Isa Kraft.

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