Falsche Verbraucherschützer Meldung

Verbraucherschutz oder Verbraucherservice - mit diesen Namen versuchen Abzocker Geld zu machen. Aktuell ist es der „Bundesverband Verbraucherservice“. Mit Werbeanrufen verspricht er Schutz vor lästiger Telefonwerbung. Seit Wochen ebbt die Zahl der Beschwerden nicht ab.

Einschüchtern als Masche

Die vermeintlichen Verbraucherschützer agieren bundesweit. Mit Verbraucherschutz haben sie jedoch nichts zu tun. Sie rufen an, um Schutz vor unerwünschter Telefonwerbung zu verkaufen. Das soll allerdings Geld kosten. Einen Jahresbeitrag von 59 Euro kassiert die Firma für die Mitgliedschaft. Schon dieser Anruf ist unzulässige Telefonwerbung und damit verboten. Die Masche: einschüchtern. Die Angerufenen erfahren, dass ihre persönlichen Daten bekannt sind und damit gehandelt werde, sagt Ronny Jahn von der Verbraucherzentrale Berlin. „Sogar die Bankdaten sind bekannt“, so Jahn. Zum Beweis lesen die Anrufer Zahl für Zahl die Kontonummer vor. Wer am Telefon Interesse zeigt, erhält anschließend einen Brief, in dem er als neues Mitglied begrüßt wird. Woher die Organisation die persönlichen Daten hat, ist unklar.

Abzockerei mit Namensverwechslung

Das Ziel der angeblichen Verbraucherschützer ist es, mit der Namensähnlichkeit zu seriösen Verbänden Geschäfte zu machen. Darum nennen sie sich Bundesverband Verbraucherservice, Verbraucherschutz Deutschland oder auch Deutscher Verband gegen Datenmissbrauch und Werbebelästigung. Mit der Stiftung Warentest, den Verbraucherzentralen der Länder oder deren Dachverband, dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), haben diese Organisationen nichts zu tun. Wenn Geld verlangt wird, um Verbraucher vor Telefonwerbung zu schützen, ist das in der Regel Abzockerei. Es geht auch kostenlos, wie zum Beispiel die Robinsonlisten zeigen. Wer unangeforderte Werbung ablehnt, kann sich dort registrieren lassen.

Kleiner Erfolg

Gegen den Verbraucherservice s.r.o., der als Deutscher Bundesverband Verbraucherservice (DBV) unerlaubte Telefonwerbung vornahm, hat die Verbraucherzentrale Berlin ein gerichtliches Verbot bewirkt. Belästigt der DBV Menschen weiterhin mit unerwünschten Werbeanrufen, droht dem Unternehmen ein Ordnungsgeld oder sogar eine Ordnungsstrafe. Zahlreiche Staatsanwaltschaften prüfen, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen den DBV einleiten.

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