Falsche Rück­flug­zeit Meldung

Flieger verpasst? War die Reiseleitung schuld, muss der Veranstalter zahlen.

Wenn die Reiseleiterin am Urlaubs­ort eine falsche Rück­flug­zeit nennt, muss der Reise­ver­anstalter haften. Eine Familie hatte einen Tag vor dem Rück­flug den Hinweis bekommen, der Bus zum Flughafen fahre nicht um 6.20 Uhr am Hotel los, sondern erst um 10.30 Uhr. Als die Familie vor dem Hotel wartete, kam aber kein Bus – die Information über die spätere Abreise war falsch, das Flugzeug schon weg.

Die Familie buchte darauf­hin auf eigene Faust Ersatz­flüge zurück nach­hause. Die Kosten in Höhe von fast 8 800 Euro muss der Reise­ver­anstalter erstatten, urteilte das Land­gericht Frank­furt am Main (Az. 2–24 O 125/13). Denn Reise­ver­anstalter müssen sich den Fehler einer Mitarbeiterin anrechnen lassen.

Der Familie war kein Mitverschulden anzu­lasten. Sie durfte der Information der Reiseleiterin vertrauen und musste die Richtig­keit nicht über­prüfen.

Kurz­fristige Änderungen der Flug­zeit seien allgemein üblich, argumentierten die Richter. Daher habe die Familie keinen Anlass zu Zweifeln gehabt, sondern durfte davon ausgehen, dass die von der Reiseleiterin weiterge­gebene Information stimmte.

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