Falschberatung von Lehman-Anlegern Meldung

Die Frankfurter Sparkasse will ausgewählten Kunden Teilentschädigungen zahlen, die mit nunmehr wertlosen Zertifikaten der amerikanischen Bank Lehman Brothers viel Geld verloren haben. Auch Genossenschaftsbanken haben mit Entschädigungen begonnen.

[Update 27.11.2009] Die Frankfurter Sparkasse bietet etwa 5 000 Kunden, die bei der Bank Lehman-Zertifikate erworben haben, den Rückkauf der Papiere zu 50 Prozent des Nominalwertes an. Die betroffenen Kunden sollen nach Angaben der Frankfurter Sparkasse in den nächsten Tagen schriftlich über das Angebot informiert werden. Die Offerte richte sich auch an Kunden, die bislang noch keine Ansprüche geltend gemacht oder die eine Kulanzzahlung von bisher unter 50 Prozent des Nominalwerts angenommen haben. Das Angebot ist bis zum 22. Dezember dieses Jahres befristet. Die Frankfurter Sparkasse hat ein Budget von insgesamt 44 Millionen Euro bereitgestellt. Die Verbraucherzentrale Hessen rät betroffenen Anlegern, nicht vorschnell zu entscheiden. Sie sollten das Angebot individuell prüfen lassen.
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Frankfurter Sparkasse entschädigt wenige

Die Frankfurter Sparkasse (Fraspa) hat damit begonnen, einige wenige Kunden mit Zertifikaten der pleite gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers zu entschädigen, sagte ein Sprecher gegenüber test.de. Nur Lehman-Anleger, die der Wertverlust besonders hart getroffen hat, sollen von der Fraspa einen Teil ihres investierten Gelds zurückerhalten. Bis Ende April will die Sparkasse allen Kunden ein Entschädigungsangebot machen, bei denen das Institut eine „besondere Härte“ feststellt.

Bis zu sechsstellige Verluste

Alle Zahlungen der Fraspa an Lehman-Opfer beruhen auf Kulanz, ein Rechtsanspruch auf Teilentschädigung besteht nicht. Insgesamt rund 5 000 der 800 000 Fraspa-Kunden haben Lehman-Zertifikate in ihrem Wertpapierdepot. Das Gesamtvolumen der Lehman-Zertifikate beläuft sich auf einen „größeren zweistelligen Millionenbetrag“, sagt der Sparkassensprecher. Ein Großteil der Anleger hatte laut Fraspa Beträge von 10 000 bis 15 000 Euro investiert. Wenige Fraspa-Kunden verloren sogar sechsstellige Summen.

Einige Genossenschaftsbanken entschädigen schon

Auch einige Volksbanken und Raiffeisenbanken entschädigen Kunden, denen sie Lehman-Zertifikate verkauft haben. Welche Genossenschaftsbanken das konkret sind, wollte die Sprecherin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) unter Hinweis auf die Eigenständigkeit der Häuser nicht sagen. „Wenn sich ein genossenschaftliches Institut entschließt zu entschädigen, dann bedient es in der Regel alle seiner von geplatzten Lehman-Zertifikaten betroffenen Kunden“, sagt die Sprecherin. Vorreiter der freiwilligen Entschädigung von Lehman-Anlegern ist die Hamburger Sparkasse (Haspa). Sie hatte schon im Februar rund 1 000 Kunden teilentschädigt.

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