Anleger, die von ihrem Berater falsch beraten worden sind, haben noch lange nach der Falschberatung Anspruch auf Schadenersatz. Die dreijährige Verjährungsfrist beginnt erst, wenn sie die Fehler in der Beratung bemerkt haben. Diese anlegerfreundliche Entscheidung hat der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) am 23. Januar 2007 getroffen (Az. XI ZR 44/06).

Das Urteil beseitigt Unklarheiten, die mit der Einführung des neuen Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes zum 1. Januar 2002 entstanden sind. Damals war die vorher 30-jährige Verjährungsfrist auf drei Jahre verkürzt worden. Danach waren viele Juristen der Ansicht, dass Beratungsfehler aus der Zeit vor 2002 allesamt am 31. Dezember 2004 verjährt seien. Das hat Anleger, die vor 2002 durch eine Falschberatung geschädigt wurden, von Schadenersatzklagen abgehalten.

Anlegeranwälte glauben, dass jetzt viele dieser Anleger noch klagen werden.

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