Falschberatung Meldung

Ein Kreditinstitut muss Anlegern klar-machen, dass ein Zertifikat nicht durch einen Einlagensicherungsfonds geschützt ist. Zudem muss das Geldinstitut Kunden über Provisionen aufklären, die es vom Anbieter des Zertifikats für die Vermittlung erhält. Das hat das Landgericht Hamburg in zwei Urteilen entschieden und die Hamburger Sparkasse (Haspa) zu vollem Schadenersatz an beide Anleger verurteilt (Az. 310 O 4/09 und 325 O 22/09).

Geklagt hatten ein 64-jähriger Lehrer und eine 61-jährige Ernährungsberaterin. Dem Mann hatte die Haspa 2006 für 10 000 Euro Lehman-Zertifikate vermittelt und der Frau Papiere von gleichem Wert 2007. Sie wurden wertlos, als Lehman pleiteging. Das Eigeninteresse der Sparkasse begründete das Gericht mit den Gewinnmargen der Haspa. Im ersten Fall habe die Sparkasse 3,8 Prozent und im zweiten 3,75 Prozent der Anlagesumme für den Verkauf der Papiere kassiert. Zudem habe die Haspa selbst in größerem Umfang Lehman-Papiere gekauft und hätte sie nur mit einem Abschlag an Lehman Brothers zurückgeben können, wenn sie diese nicht losgeworden wäre.

Von den rund 30 000 Lehman-Geschä­digten kauften etwa 2 700 bei der Haspa. Die beiden Urteile hat der Hamburger Anwalt Ulrich Husack erstritten. Die Hamburger Sparkasse hat gegen beide Urteile Berufung eingelegt.

[Update 23.04.2010] Auf die Berufung der Haspa hin hat das Oberlandesgericht Hamburg die Urteile abgeändert und die Klagen abgewiesen. test.de berichtet.

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