Manchmal ist ein Kompromiss besser

Wer finanziell am Ende ist, schließt mit dem Vermittler oder der Bank einen Kompromiss. So kommt er schneller an Geld.

Ein Vergleich ist ein Kompromiss zwischen dem Anleger und dem Anbieter. Sie treffen sich mit ihren Forderungen auf halbem Weg. Der Geschädigte verzichtet auf einen Teil seiner Schadenersatzforderungen, bekommt den Rest dafür aber schneller.

Da Anleger im Unterschied zu ihren Kontrahenten mit Vergleichen meist keine Erfahrung haben, sollten sie einen Anwalt mit den Verhandlungen beauftragen.

Wann ist ein Vergleich sinnvoll?

Ob es sinnvoll ist, sich mit einem Vergleich zufriedenzugeben, hängt vom Einzelfall ab.

Beispiel: Für Geschädigte des Dreiländerfonds (DLF) 94/17 der Stuttgarter Anlagegesellschaft Kapital Consult mit hohem Steuersatz können sich bereits Vergleichssummen von 25 bis 35 Prozent des Beteiligungsbetrags lohnen. Denn sie erhalten nicht nur diese Summe, sondern behalten auch die Steuervorteile, die Ausschüttungen sowie ihren Fondsanteil, den sie auf dem Zweitmarkt der Börse in Hamburg (www.zweitmarkt.de) für einen Restwert verkaufen können.

Die Musterrechnung unterstellt eine Vergleichssumme von 35 Prozent.

Beteiligungssumme: 100 000
Restwert der Beteiligung: 20 000
Vergleichsquote 35%: 35 000
Bereits erhaltene Steuervorteile: 10 000
Bereits erhaltene Ausschüttung: 25 000
Gegenwert nach Vergleich: 90 000
Verlust insgesamt: 10
 000

Vergleiche sind mit und ohne Gericht möglich. Wer finanziell klamm ist oder ein langjähriges Gerichtsverfahren mit ungewissem Ausgang scheut, einigt sich manchmal ganz ohne Gericht. Er ist dann froh, wenn er durch einen Vergleich schnell Geld bekommt, auch wenn es viel weniger ist, als er verloren hat.

Sind die Streitenden vor Gericht gezogen, ist aber immer noch ein Vergleich möglich. Der Richter ist nach der Zivilprozessordnung sogar dazu verpflichtet, eine solche gütliche Beilegung des Streits vorzuschlagen. Auch der Anwalt ist hierzu verpflichtet.

Lehnen die Streitenden einen Vergleich ab, fällt das Gericht ein Urteil. Auch dieses Urteil kann jedoch noch durch einen Vergleich unwirksam werden.

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