Hat eine Bausparkasse das Vermitteln von Darlehen einem Dritten überlassen, muss sie für dessen falsche Versprechen haften, auch wenn der Vermittler selbstständig arbeitete. Das entschied unlängst der Bundesgerichtshof (BGH, Az. XI ZR 336/99).

Die hoch verschuldeten Kläger wollten von der beklagten Bausparkasse nur einen Kleinkredit über 6.000 Mark. Im Namen einer für die Bausparkasse tätigen Anlagevermittlungsfirma schwatzte ihnen ein Vermittler daraufhin jedoch "eine andere Finanzierungsmöglichkeit" auf: Beim Kauf von zwei durch die Bausparkasse finanzierten Eigentumswohnungen für insgesamt 336.578 Mark würden am Ende 26.000 Mark in bar für sie übrig bleiben.

Doch das Konzept ging nicht auf: Weder gab es am Ende die versprochene Ausschüttung, noch lag die monatliche Belastung so niedrig wie versprochen. Die Kläger fochten die geschlossenen Verträge deshalb an. In letzter Instanz gab der BGH den geprellten Kunden Recht. Der Vermittler habe sie arglistig getäuscht, da seine Zusage nachweisbar falsch gewesen sei. Die Lügen müsse sich die Bausparkasse auch zurechnen lassen, da sie der Vermittlerfirma die gesamten Vertragsverhandlungen bis zur Unterschriftsreife überlassen und damit die Verhandlungen bewusst aus der Hand gegeben habe.

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