Falsch­beratung Meldung

Weil er sein geerbtes Geld sicher und flexibel anlegen wollte, kaufte ein Anleger Anteile an einem offenen Immobilienfonds. Seine Bank hatte ihm dazu geraten – trotz Finanz­krise. Als der Fonds in Schwierig­keiten geriet, wandte sich der Anleger an die Ombuds­frau der Banken und forderte Schadens­ersatz, weil er nicht mehr an sein Geld kam. Doch die Bank weigerte sich zu zahlen. Nun hat der Anleger die Bank verklagt.

Auf den Bank­berater verlassen

Falsch­beratung Meldung

Streit mit der Targo­bank: Michael Brunner will Schaden­ersatz für schlechte Beratung.

60 000 Euro hatte Michael Brunner aus Nürn­berg geerbt. Das war im Jahr 2009. Sicher und jeder­zeit verfügbar wollte er das Geld anlegen. Sein Citi­bank-Berater empfahl ihm, Anteile am offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest zu kaufen. Dabei war die Finanz­krise bereits da und einige offene Immobilienfonds hatten die Rück­nahme von Fonds­anteilen schon zeit­weise ausgesetzt, auch der SEB Immoinvest. Brunner wusste das nicht. Er verließ sich auf den Bank­berater und kaufte Fonds­anteile für fast 54 000 Euro.

Immobilienfonds stoppt Rück­nahme von Anteilen

Im Juni 2010 stoppte der Fonds erneut die Rück­nahme von Anteilen. Michael Brunner kam nicht mehr an sein Geld heran. Im Mai 2012 war der Fonds völlig am Ende. Nun werden bis 2017 alle Fondsimmobilien verkauft und das Geld an die Anleger verteilt. Brunner muss weiter warten. Wie viel Geld er bekommen wird, hängt davon ab, wie teuer der Fonds die Immobilien verkaufen kann.

Ombuds­frau spricht Brunner Entschädigung zu

Das wollte sich Brunner nicht bieten lassen. Er forderte Schaden­ersatz und beauftragte den Anleger­anwalt Klaus Kratzer aus Nürn­berg. Der erhob gegen die Targo­bank, wie die Citi­bank inzwischen heißt, zunächst Beschwerde bei den Ombuds­leuten der Banken. Klarer Fall, entschied Ombuds­frau Angelika Lange: Die Bank muss Brunner entschädigen und die Fonds­anteile zurück­nehmen.

Targo­bank lässt es auf Prozess ankommen

Die Targo­bank weigert sich weiterhin, zu zahlen. Ombuds­sprüche, in denen es um mehr als 5 000 Euro geht, sind für die Banken unver­bindlich. Rechts­anwalt Kratzer erhebt jetzt für Brunner Klage gegen die Targo­bank. Gut für den Kunden aus Nürn­berg: Er hat eine Rechtsschutzversicherung. Seit einem Urteil des Bundes­gerichts­hofs im Mai 2013 steht fest: Die Rechts­schutz­versicherung muss die Kosten für die Schaden­ersatz­klage über­nehmen.

Tipp: Wenn Ihre Bank Ihnen auch ab 2009 noch offene Immobilienfonds als sichere und jeder­zeit verfügbare Geld­anlage empfohlen hat, haben Sie gute Chancen auf Schaden­ersatz. Fordern Sie von Ihrer Bank Erstattung des Betrags, den Sie bezahlt haben. Bieten Sie an, im Gegen­zug die Fonds­anteile zurück­zugeben. Setzen Sie der Bank eine Frist von zwei bis drei Wochen. Beauftragen Sie einen Rechtsanwalt, wenn die Bank nicht zahlt.

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