Zertifikate in der Krise: Böse Überraschungen für Anleger

Die Börsenkrise hat viele Zertifikate voll erschwischt. Die Höhe des Schadens hängt entscheidend vom Typ des Zertifikats ab. Anleger wussten oft gar nicht, dass sie ein Zertifikat besitzen.

Papiere mit festem jährlichem Bonus sind teilweise tief im Minus, zum Beispiel die Dresdner-Bank-­Global-Champion-Zertifikate oder das Drei-x-Acht-Zertifikat der BayernLB. Diese Verluste treffen Anleger oft unvorbereitet, da sie eigentlich kein Aktieninvestment haben wollten. In der Finanzkrise wurden vorher festgelegte Kursbarrieren unterschritten, sodass in Zukunft alle Bonus- oder Zinszahlungen entfallen.
Außerdem verwandeln sich die Zertifikate in Indexzertifikate. Anleger tragen nun das volle Börsenrisiko. Es drohen hohe Verluste am Ende der Laufzeit.

Indexzertifikate bilden den Niedergang des betreffenden Indexes 1:1 ab. Für viele Anleger bedeutet das zurzeit Verluste von 40 bis 60 Prozent.

Garantiezertifikate sind ebenfalls oft an die Entwicklung von Aktien oder Aktienmärkten gekoppelt. Das Euro-­Income-Plus-Zertifikat-2der Citibank-Schwester Allegro ist nur ein Beispiel von vielen. Vom Risiko der Pleite des Herausgebers abgesehen, müssen Anleger befürchten, bis zur Fälligkeit keine Zinsen mehr zu bekommen. Dieser Nachteil gegenüber klassischen Zinsanlagen kann bei mehrjährigen Papieren durchaus im zweistelligen Prozentbereich liegen.

Für alle Zertifikate gilt: Ein vorzeitiger Verkauf über die Börse ist meist nur unter schweren Verlusten möglich.

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