Die für die Pleite der Falk-Immobilienfonds Verantwortlichen, Helmut W. Falk und Thomas Engels wurden zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Thomas Suk, der wie Engels Vorstandsmitglied der Falk Capital AG war, wurde zu 3 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt. Finanzvorstand Thilo Köhler erhielt 1 Jahr und 9 Monaten auf Bewährung.

Wegen Untreue verurteilt

Damit ist das Verfahren wegen des Vorwurfs der Untreue zum Nachteil der Falk Capital AG nach rund zwei Jahren Hauptverhandlung beendet. Weitere Tatvorwürfe, darunter „Betrug zum Nachteil der Falk Zinsfonds-Anleger“ werden vermutlich in einer weiteren Verhandlung Mitte April eingestellt werden.

Dubioser Zinsfonds

Wie Finanztest berichtete, hatte die Falk-Gruppe aus München zahlreiche geschlossene Immobilienfonds aufgelegt. Tausende Anleger hatten Anteile an den über viele Jahre laufenden Fonds gekauft und auf attraktive Renditen gehofft. Als die Fonds in Schwierigkeiten gerieten, heckten Falk, Engels und Co. ein für Anleger desaströses Rettungskonzept aus. Sie entwickelten die Idee des „Falk-Zinsfonds“. Der Zinsfonds sollte Darlehen an die Falk-Immobilienfonds vergeben, damit diese schnell und unbürokratisch Gebäude kaufen konnten. Hintergrund für die Fondsidee waren Schwierigkeiten der Falk-Gruppe auf dem normalen Markt Bankkredite zu bekommen.

Anleger wurden mit festen Zinsen geködert

Mit dem neuen Finanzierungsinstrument wollte Fondsinitiator Falk unabhängiger werden. Um es Anlegern schmackhaft zu machen, habe Engels die Anlage als Festgeld mit acht Prozent Zinsen für ein Jahr beschrieben. Rund 3 000 Anleger beteiligten sich noch 2003 und 2004 am „Falk-Zinsfonds“ mit rund 60 Millionen Euro. Sie wussten nicht, dass die Pleite der Falk-Gruppe bereits absehbar war. Kurz danach wurde die Falk-Gruppe insolvent.

Zahlreiche Zivilprozesse

Zahlreiche Anleger der Falk-Immobilienfonds haben inzwischen gegen den Mittelverwendungskontrolleur der Falk Zinsfonds GbR erfolgreich geklagt (u.a. Bundesgerichtshof , Urteile vom 19.11.2009, III ZR 108/08 und III ZR 109/08). „Zahlreiche Urteile sind rechtskräftig und wurden bei dem haftpflichtversicherten Wirtschaftsprüfer vollstreckt“, erklärt Rechtsanwalt Ralph Veil von der Münchener Kanzlei Kanzlei Mattil & Kollegen, die viele Anleger vertritt.

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