Falk-Gruppe Meldung

Rolf Brill, früher Leiter des Falk-Fondsmanagements, wirft ­Helmut Falk vor, falsch informiert zu haben.

Den Verantwortlichen der insolventen Münchener Falk-Gruppe, die an etwa 30 000 Anleger Anteile an 80 geschlossenen Immobilienfonds mit einem Investitionsvolumen von 3,2 Milliarden Euro verkauft haben, drohen jetzt Schadenersatzforderungen. Anleger wollen klagen, weil ihnen die existenzbedrohende Lage der Firma lange Zeit bewusst verschwiegen worden sei.

So sei der Falk-Zinsfonds aufgelegt worden, nachdem die Banken der Falk-Gruppe kein Geld mehr geben wollten. Mit dem neuem Geld des Zinsfonds seien dann alte Löcher gestopft und Darlehen an die zum Teil hoch verschuldeten Immobilienfonds gegeben worden, erklärt Fondsexperte Stefan Loipfinger.

Auch der ehemalige Leiter des Fondsmanagements, Rolf Brill, wirft der Geschäftsleitung vor, seit Anfang 2000 von den finanziellen Problemen gewusst zu haben. Zwischen den Prospekten und der Wirklichkeit klafften enorme Lücken, erklärte Brill in der ARD-Sendung ­„Report Mainz“. So sei beispielsweise in der Leistungsbilanz 2003 ein Fonds als „aufgelöst“ bezeichnet worden. Tatsächlich seien die Gesellschafter des Fonds von einer Bank noch im ­Februar 2005 wegen Überschuldung persönlich in Haftung genommen worden.

Mit der Aussage Brills konfrontiert, räumte Fondsinitiator Helmut Falk ein, dass man die Situation aus heutiger Sicht in einer Fußnote hätte erläutern können. „Wenn Sie so wollen, im Nachhinein war das ein Fehler“, erklärte Falk in derselben Sendung.

Schadenersatzforderungen drohen auch den Vermittlern der Fonds. Sie hätten in vielen Fällen nicht auf die Risiken der Fondsbeteiligungen hingewiesen. Eine Münchener Kanzlei hat gegen den Finanzdienstleister AWD aus Hannover, der viele Fondsbeteiligungen vermittelte, bereits Klage eingereicht.

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