Der Insolvenzverwalter der Falk Immobilienfonds 68 und 71, Josef Nachmann, will in den nächsten Tagen über 1 300 Anleger des Falk Fonds 71 auffordern, sämtliche seit 1999 erhaltene Ausschüttungen zurückzuzahlen. Dabei wird es sich bei jedem Anleger um tausende von Euro handeln. Die Falk Capital AG in München ist der viertgrößte Fondsinitiator Deutschlands und hat bis zur Pleite der Hauptgesellschaft im Jahr 2005 rund 80 Fonds mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Euro aufgelegt. Insgesamt sind mehrere Zehntausend Anleger betroffen.

Finanztest liegt Musterschreiben vor

In einem Finanztest vorliegenden Musterschreiben, das Insolvenzverwalter Nachmann an die Anleger des Falk-Fonds 71 schicken will, fordert er Anleger zur Rückzahlung der seit 2000 erhaltenen Ausschüttungen auf. Zur Begründung heißt es: Den seit dem Jahr 2000 gezahlten Ausschüttungen standen keine Gewinne gegenüber. Vielmehr seien bereits 1999 Anlaufverluste in Höhe von rund 8 Millionen Euro entstanden.

Mangel an Gesellschaftskapital

Die Vorgehensweise des Fonds, Ausschüttungen trotz nicht erzielter Gewinne vorzunehmen, habe dazu geführt, dass Geld aus dem haftenden Kommanditkapital der Gesellschaft entnommen wurde. Zu dessen Zahlung verpflichteten sich die Anleger bei Zeichnung ihres Gesellschaftsanteil. Letztlich sei das durch die Anleger eingezahlte Kommanditkapital durch regelmäßige Ausschüttungen an die Anleger zurückgezahlt worden, schreibt Nachmann. Dieses Kapital werde nun aber zur Befriedigung der Insolvenzgläubiger benötigt und müsse deshalb nach den Bestimmungen des Handelsgesetzes erstattet werden.

Drohung mit Rechtsanwalt

Zahlen sollen Anleger sofort, spätestens aber bis Montag, 16. Oktober. Wer nicht rechtzeitig zahle, werde von der Insolvenzverwaltung ab 17. Oktober mit Verzugszinsen von derzeit 6,95 Prozent pro Jahr belastet. Zudem kämen auf die Anleger erhebliche Anwaltskosten zu, wenn sie die Forderung nicht rechtzeitig erfüllen.

Womöglich Chance zur Aufrechnung

Bevor Anleger auf die Forderungen des Insolvenzverwalters eingehen, sollten sie sich unbedingt rechtlich beraten lassen. Sie sollten prüfen lassen, ob die Ansprüche nicht mit Gegenansprüchen aufgerechnet werden können, erklärte Rechtsanwalt Ralph Veil von der Münchener Kanzlei Mattil & Kollegen.

Auch für andere Fonds kaum Hoffnung

Auch Anleger anderer Falk Immobilienfonds können kaum noch darauf hoffen, dass sich ihre Fonds erholen. So geht es bei den Fonds 70, 72 und 73 nur noch darum, ob eine Liquidation gelingt oder gleichfalls ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden muss.

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