Fair gehandelte Produkte Meldung

2008 kauften deutsche Verbraucher deutlich mehr fair gehandelte Produkte als noch ein Jahr zuvor. Und auch weltweit stieg der Absatz von fair gehan­del­ten Waren. Obwohl sie häufig teurer sind, ist es Verbrauchern offenbar zunehmend wichtiger, sozial und ökologisch verantwortungsvoll her­ge­stell­te Produkte zu kaufen.

2,9 Milliarden Euro Umsatz

Deutsche Verbraucher haben im vergangenen Jahr 213 Millionen Euro für Produkte aus Fairem Handel ausgegeben - 50 Prozent mehr als 2007. Das teilte kürzlich die Orga­ni­sa­tion TransFair mit. Weltweit stieg der mit fair gehandelten Waren erzielte Umsatz um 25 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Auch die Verbraucher in Groß­bri­tan­nien, Frankreich und den skandinavischen Ländern kauften mehr fair gehandelte Produkte.

Mit Rosen Gutes tun

Diese fair gehandelten Produkte haben die Deutschen häufiger in ihre Einkaufs­wagen gepackt: Zucker (+91 Prozent), Fruchtsaft (+80 Prozent) und Kaffee (+14 Pro­zent). Am stärksten aber legte der Faire Handel mit Rosen (+138 Prozent) zu. Fast 47 Millionen Stück erwarben deutsche Kunden. Lediglich der Absatz von fair gehan­del­ten Bananen ging um 11 Prozent zurück. Grund: Verschiedene Handels­ketten haben sie aus dem Sortiment genommen.

Mehr Verantwortungsgefühl

Laut TransFair haben neue Partnerfirmen, ein erweitertes Angebot, mehr En­gage­ment des Handels sowie ein bewussteres Einkaufsverhalten die Absatz­steigerung ermöglicht. „Die Verbraucher möchten zunehmend ethische Produk­te kaufen, die ohne Ausbeutung und Umweltschäden hergestellt wurden. Hier bietet Fairtrade einen glaubwürdigen Lösungsansatz“, so Dieter Overath, Geschäfts­führer von TransFair.

Wer profitiert

Vom Absatzplus fair gehandelter Produkte profitieren insbesondere die 870 zer­ti­fi­zier­ten Produzenten-Organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie haben allein über den deutschen Markt mehr als 33 Millionen Euro Direkteinnahmen erhalten. Die Gelder nutzen die Produzenten-Organisationen haupt­säch­lich dazu, die medizinische Versorgung, Bildung und soziale Ein­rich­tun­gen zu ver­bes­sern.

Stiftung Warentest prüft CSR

Die Stiftung Warentest überprüft seit einigen Jahren, ob Unternehmen sozial und ökologisch korrekt handeln, ob sie fair mit ihren Mitarbeitern umgehen und in Aus- und Weiterbildung investieren. Das heißt, sie untersucht Fragen der sogenannten Corporate Social Responsibility, kurz: CSR. Getestet wird produktbezogen:
Special Sozial und ökologisch produzieren. Das neueste Produkt, das im Hinblick auf CSR getestet wurde, ist Kaffee.

Die Siegel im Fairen Handel

Fair gehandelte Produkte Meldung

TransFair handelt als unabhängige Siegel-Initiative nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das internationale Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. Das Bio-Unternehmen Rapunzel kennzeichnet fair gehandelte Produkte mit seinem hauseigenen Siegel Hand In Hand. Und auch Europas größter Importeur fair gehandelter Waren, die GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH), und der Discounter Lidl mit seinem Haussiegel Fairglobe markieren solche Waren.

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