Fahrradversicherung. Knapp eine halbe Million Fahrräder wird jährlich gestohlen. Hausratversicherer und spezielle Fahrradversicherer bieten in solchen Fällen Ersatz.

Ulrike Hübel wollte nur schnell auf ­einen Sprung in die Wäscherei, um ­ihren Mantel abzuholen. Die kurze Zeit reichte den Dieben. Als die 60-Jährige herauskam, war ihr Fahrrad weg.

„Ich habe es wirklich nur ein paar ­Sekunden aus den Augen gelassen.“ Die Bonnerin ärgerte sich, dass sie es nicht ­abgeschlossen hatte. Sonst hätte sie gute Chancen auf Ersatz gehabt, denn sie hat ihr Fahrrad über die Hausratversicherung versichert. Ersatz bei Diebstahl gibt es aber nur, wenn das Fahrrad abgeschlossen war.

Wo und wann sie es abgestellt hatte, ­wäre in diesem Fall egal gewesen, da das Fahrrad in Gebrauch war. Wenn es nicht in Gebrauch ist, gelten andere Regeln. Dann zahlt die Hausratversicherung nur, wenn der Diebstahl zwischen 6.00 Uhr und 22.00 Uhr verübt wurde oder das Rad im Keller oder in der Wohnung stand.

Fahrräder sind meistens nicht automa­tisch über die Hausratversicherung ab­ge­deckt. Radfahrer können den Schutz aber wie Ulrike Hübel gegen einen Zuschlag dort bekommen.

Spezialversicherung

Wenn das Rad nachts immer draußen steht, wenn es sehr teuer ist oder sein Besitzer keine Hausratversicherung hat, kann auch eine spezielle Fahrradversicherung sinnvoll sein. Finanztest hat die Angebote der Spezialversicherer untersucht. Wirklich günstig sind sie nicht.

Zwischen rund 52 Euro und 114 Euro im Jahr kostet der Schutz für ein Fahrrad mit einem Wert von 500 Euro. Versichern Radler ein Rad im Wert von 1 000 Euro, müssen sie sogar zwischen rund 104 Euro und rund 160 Euro im Jahr zahlen.

Alle Anbieter haben jeweils zwei Tarife. Die günstigeren Varianten sichern hauptsächlich Schäden durch Diebstahl ab. Bei den teureren ist der Schutz deutlich erweitert, zum Beispiel auf Unfallschäden oder gewaltsam eingetretene Beschädigung.

Selbst wenn ein Versicherer zahlt, bekommt der Kunde nicht immer den vollen Wert ersetzt. Bei der Arag bekommt man immer ein gleichwertiges neues Rad ohne Zeitwertabzug. Die Gesellschaft P & P überweist nur im ersten Jahr nach dem Kauf die volle Summe. Ab dem zweiten Jahr sinkt die Versicherungssumme jährlich um 5 Prozent.

Der Versicherer Wertgarantie täuscht seine Kunden mit dem Tarif „Komplettschutz“. Er versichert zwar Fahrräder bis 3 000 Euro, zahlt im Schadensfall für ein neues aber höchstens 1 200 Euro.

Ulrike Hübel hatte Glück. Bei ihr nahm der Diebstahl auch ohne Versicherung ein gutes Ende. Die Polizei meldete sich. Sie hatte das Fahrrad gefunden. Darauf sollten sich Radler aber nicht verlassen. Nur 9 Prozent der Diebstähle werden aufgeklärt.

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