Fahr­rad­unfall im Ausland: Welche Versicherung über­nimmt die Kosten?

Mit dem Fiets durch Amsterdam, das spart Zeit und schont das Klima. Doch auf dem Weg zur Universität hat der deutsche Student Lucas L. einen Unfall. Er wird medizi­nisch behandelt und fragt sich: Wer kommt nun für die Kosten auf: die gesetzliche Kranken­versicherung, die Auslands­kranken­versicherung oder die gesetzliche Unfall­versicherung?

Unfall im EU-Ausland

Der Berliner Lucas L. wohnt und studiert – wie viele deutsche Studierende – ein Jahr in einem anderen EU-Land. Auf dem Weg zur Universität im nieder­ländischen Amsterdam stürzt der 25-Jährige wegen eines Fehlers in der Gang­schaltung kopf­über vom Fahr­rad. „Im Gesicht hatte ich nur einige Schrammen, aber beide Schneidezähne brachen ab“, sagt der Master­student. Für die Schmerzbe­hand­lung beim Notfall­zahn­arzt zahlte er 140 Euro. Die Zahn­klinik verlangte für ein Zahn­provisorium 365 Euro. Er fragt: „Wer kommt für die Behand­lungs­kosten von insgesamt 505 Euro auf?“

Gesetzliche Kranken­versicherung

Der Student ist in Deutsch­land gesetzlich kranken­versichert. Seine Versicherungs­karte gilt auch in der EU. Er kann medizi­nisch notwendige Behand­lungen nach nieder­ländischem Recht in Anspruch nehmen. In der Praxis ist das nicht immer einfach. So wird Lucas‘ Karte nicht beachtet. „Ich stimmte noch auf dem Zahn­arzt­stuhl einer Finanzierung über die Kreditkarte zu.“

Auslands­kranken­versicherung

Zum Glück hat Lucas für das Auslands­jahr eine spezielle Reisekranken­versicherung abge­schlossen. 325 Euro kostete der Schutz beim Versicherer Envivas. Dorthin hat Lucas nun seine Rechnungen geschickt. Laut Bedingungen sind die Behand­lungs­kosten abge­deckt.

Gesetzlicher Unfall­schutz

L. will prüfen lassen, ob die deutsche gesetzliche Unfall­versicherung zuständig ist. Das wäre von Vorteil bei Folgebe­hand­lungen. In Deutsch­land wäre der Student auf dem Weg zur Uni gesetzlich unfall­versichert. In den Nieder­landen haben Studierende keinen solchen Schutz. Ob L. seine Ansprüche geltend machen kann, richtet sich auch nach seinem steuerlichen Wohn­sitz.

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