Fahrradunfall Meldung

Freiwillig. Besser mit Helm fahren, auch wenn er bisher nicht Pflicht ist.

Ein Kind, das ohne Helm Fahrrad fährt, trägt einen Teil der Schuld, wenn es von einem Auto schwer verletzt wird. Die Richter des Landgerichts Krefeld nahmen bei einem Zehnjährigen eine Mitschuld von 50 Prozent an (Az. 3 O 179/05).

[Update: 16.11.2006] Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat dieses Urteil inzwischen aufgehoben. Details dazu am Ende der Meldung.

Mehrere Kinder waren mit ihren Rädern auf einem Garagenhof herumgefahren. Wegen einer 1,60 Meter hohen Hecke konnte der Hof von der Straße nicht eingesehen werden. Dadurch bemerkte der Fahrer eines Transporters, der mit Tempo 30 in den Hof einbog, die Gruppe zu spät. Er prallte mit dem zehnjährigen Jungen zusammen und verletzte ihn. Die Eltern forderten vom Versicherer des Fahrers Schadenersatz.

Weil der Junge keinen Fahrradhelm getragen hatte, gingen die Richter aber von einer erheblichen ­Mitschuld des Kindes aus. Das Nichttragen eines Helmes werteten sie als „Außerachtlassung der eigenen Interessen“.

Zudem hätte der Junge wegen der Hecke besonders vorsichtig fahren müssen. Mit zehn Jahren hätte ihm klar sein müssen, dass er von einbiegenden Fahrzeugen nicht gesehen werden konnte. Die Eltern des Jungen haben Berufung vor dem Oberlandesgericht eingelegt.

[Update: 16.11.2006] Auf diese Berufung hin hat das Oberlandesgericht Düsseldorf das Urteil aufgehoben. Das Landgericht habe es zu Unrecht als Mitverschulden des Kindes gewertet, dass es keinen Helm trug. Die Richter dort müssen sich den Fall jetzt erneut vornehmen und über die Höhe des Schadenersatzes urteilen.

Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 14. August 2006
Aktenzeichen: I-1 U 9/06

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