Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung im Test: Nur jedes zweite Modell ist sicher

System­vergleich: Fahr­radträger für Dach, Kupp­lung und Heck­klappe

Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung, wie sie die Stiftung Warentest geprüft hat, sind für eine häufige Nutzung die beste Variante. Außerdem eignen sie sich für den Trans­port von E-Bikes – und sind in der Regel am sichersten. Ein paar Vorteile haben aber auch Fahr­radträger fürs Dach und die Heck­klappe. Hier stellen wir die drei Varianten einander gegen­über.

Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung

Prinzip

Diese Fahr­radträger werden direkt auf der Anhängerkupp­lung montiert. Ein Adapter umschließt die Kupp­lungs­kugel. Die Träger gibt es für unterschiedlich viele Fahr­räder.

Voraus­setzung

Sie benötigen eine Anhängerkupp­lung mit einer Stützlast, die für das Gewicht des Trägers und der zu trans­portierenden Fahr­räder ausreicht. Worauf es für einen sicheren Trans­port noch ankommt, lesen Sie in unseren Handhabungstipps.

Vorteile

  • Am Fahr­zeugheck sind die Fahr­räder nur geringem Luft­widerstand ausgesetzt, daher hat diese Variante kaum Auswirkungen auf Kraft­stoff­verbrauch und Fahr­eigenschaften des Autos.
  • Aufgrund der nied­rigen Montagehöhe lassen sich die Fahr­räder gut auf den Träger heben oder über Auffahr­schienen sogar darauf rollen. Für schwere Pedelecs sind solche Träger daher oft die sinn­vollste Trans­port­variante.
  • Die Montage der Träger selbst ist in der Regel meist einfach.
  • Bei abklapp­baren Trägern bleibt der Kofferraum zugäng­lich.

Nachteile

  • Die Träger schränken oft die Sicht nach hinten ein, und auch die Einpark­hilfe lässt sich nicht mehr richtig nutzen.
  • Kenn­zeichen und Beleuchtung müssen per Licht­leiste wieder­holt werden.
  • Hinter dem Auto werden die Fahr­räder recht schmutzig.
  • Kupp­lungs­träger sind eher teuer, vor allem, wenn eine Anhängerkupp­lung erst noch nachgerüstet werden muss. Das gilt insbesondere für Träger, die sich abklappen und zusammenfalten lassen.

Test­ergeb­nisse

Insgesamt gelten Kupp­lungs­träger als die sicherste und komfortabelste Variante, Fahr­räder am Auto zu trans­portieren. Das gilt insbesondere für die immer beliebteren, aber schweren E-Bikes. Dass sich der Vergleich lohnt, zeigt unser Test von acht Fahrradträgern für die Anhängerkupplung: Nur die Hälfte der geprüften Modelle kann die Stiftung Warentest empfehlen.

nach oben

Fahr­radträger fürs Dach

Prinzip

Bei Dach­trägern handelt es sich um eine Kombination aus Grund­träger und Haltern für die Befestigung von Fahr­rädern in Schienen, Haltearme an den Schienen fixieren die Fahr­räder zusätzlich.

Voraus­setzungen

Eine Dachreling als Basis für den Träger sollte vorhanden sein, außerdem muss die Dachlast zum Gewicht des Trägers plus Fahr­räder passen.

Vorteile

  • Dach­träger sind meist preis­werter als Kupp­lungs­träger.
  • Die Sicht nach hinten bleibt komplett frei.
  • Der Kofferraum komplett ist zugäng­lich.
  • Auf dem Dach sind die Fahr­räder meist besser vor Spritz­wasser geschützt als hinten am Auto.

Nachteile

  • Fahr­räder müssen aufs Dach gehievt werden – allein oder mit schweren Elektrorädern ist das kaum mach­bar.
  • Der Luft­widerstand ist höher als bei den anderen Systemen, dadurch beein­flussen diese Träger Kraft­stoff­verbrauch und Fahr­verhalten stärker als Träger­systeme am Heck. Der Schweizer Auto­mobilclub TCS hat in einem Test mit einem VW Golf einen Mehr­verbrauch von im Schnitt zwei Litern pro 100 Kilo­metern bei Tempo 100 gemessen. Bei einem Heck­träger steigt der Verbrauch nur um rund einen halben Liter.
  • Frühere Tests der Stiftung Warentest haben gezeigt, dass selbst bei Reling-Grund­trägern die Gefahr groß ist, dass sie sich vom Wagendach lösen. Wir empfehlen, Grund­träger sollten fest mit dem Auto­dach verschraub­bar sein.
  • Durch­fahrten mit nied­riger Höhe können nicht genutzt werden.

Test­ergeb­nisse

Zuletzt haben unsere schweizerischen und tsche­chischen Part­ner­organisationen Fahrradträger fürs Dach getestet. Wir haben die Test­ergeb­nisse in einer Meldung zusammengefasst.

[Update 5. März 2021] Rück­ruf Thule Rapid Fixpoint XT Kit

Vor Nutzung der Thule Rapid Fixpoint XT Kits mit den Modell­nummern 3049, 3073, 3123, 3130, 3136 und 3144 hat das Kraft­fahrt-Bundes­amt (KBA) am 5. März 2021 gewarnt. Es bestehe die Gefahr, dass sich ein mit diesem Montagekit befestigtes Dach­träger­system teil­weise oder voll­ständig vom Fahr­zeug lösen könnte. Grund dafür sei eine defekte Schraubencharge. Der Verkaufs­zeitraum: 16. Dezember 2019 bis 13. März 2020. Laut Thule handelt es sich um Kits für bestimmte Modelle von Mercedes, Toyota, Ford, Tesla, Fiat und Mitsub­ishi. Das KBA fordert dazu auf, die Kits nicht mehr zu nutzen, sollte der Mangel nicht beseitigt sein.

Thule ruft Produkt zurück. Dem KBA zufolge wurden Händler und Service­partner bereits im April 2020 darüber informiert und zum Umtausch aufgefordert. Aber nicht alle entsprechenden Rapid Fixpoint XT Kits seien gefunden worden. Betroffene Kunden können sich an den Händler oder per fixpointxtkits@thule.com direkt an Thule wenden. Mehr Infos zum Rück­ruf und eine Liste der betroffenen Fahr­zeugmodelle gibt es auf der Webseite von Thule.

nach oben

Fahr­radträger für die Heck­klappe

Prinzip

Mit Spann­bändern und Pols­terrollen werden Heck­träger an der Heck­klappe befestigt oder sie stützen sich bei Stufenheck­limousinen an Kofferraum und Stoß­fänger ab.

Voraus­setzungen

Diese Systeme brauchen eine recht steil abfallende Heck­klappe und Spalte in der Karosserie, zwischen die die Befestigungs­elemente eines Trägers passen.

Vorteile

  • Recht preis­wert und schnell montiert.
  • An der Heck­klappe sind die Fahr­räder recht gut zugäng­lich und nicht so großem Luft­widerstand ausgesetzt.
  • Diese Variante wirkt sich vergleichs­weise wenig auf Kraft­stoff­verbrauch und Fahr­verhalten aus.

Nachteile

  • Schäden am Lack der Heck­klappe sind auch bei normalem Gebrauch möglich, zudem können die Scharniere der Klappe unter dem Zusatz­gewicht leiden.
  • Bei recht schweren Fahr­rädern ist die Heck­klappe kaum mehr zu öffnen.
  • Die Träger schränken oft die Sicht nach hinten ein, und auch die Einpark­hilfe lässt sich nicht mehr richtig nutzen.
  • Im Vergleich zum Trans­port auf dem Dach werden die Fahr­räder recht schmutzig.

Einzelne Hersteller bieten auch fahr­zeugspezi­fische Träger an, diese sind in der Regel aber deutlich teurer. Insgesamt haben Heck­klappen­träger eine geringe Markt­bedeutung.

Test­ergeb­nisse

Zuletzt haben unsere schweizerischen und tsche­chischen Part­ner­organisationen Fahrradträger für die Heckklappe getestet.

nach oben

Jetzt freischalten

TestFahr­radträger für die Anhängerkupp­lung im Test27.01.2021
3,50 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 6 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur knapp 5 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2475 Nutzer finden das hilfreich.