Fahr­rad

Fahr­radreifen: Pannensicher, griffig und schnell soll er sein

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Großen Einfluss aufs Fahr­verhalten haben die Reifen. Sie müssen nicht nur luft­dicht sein und bleiben, sondern möglichst viel Haftung zur Fahr­bahn vermitteln und wenig Roll­widerstand bieten. test.de erklärt, worauf es ankommt.

Inhalt

Wie der Fahr­radreifen aufgebaut ist

Der Reifen besteht aus der Karkasse, einem nylon­verstärkten Gewebe, das seine Grund­struktur bildet. Darüber haben moderne Reifen einen Pannen­schutz­streifen aus Kevlar und darauf dann das Profil aus Gummi. Die synthetischen Fasern im Panne­schutz­gürtel sorgen dafür, dass selbst schmale und leichte Renn­radreifen weit­gehend sicher vor Pannen durch Splitter und Scherben sind.

Gibt es „unplatt­bare“ Reifen?

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Aufbau eines Faltreifens. © www.schwalbe.com | pd-f

Bei breiteren Reifen sinkt das Pannenrisiko. Aber: so unplatt­bar, wie manche Werbung verspricht, sind auch diese Reifen nicht. Gegen Stiche oder Risse von der Seite und Verschleiß­erscheinungen sind auch „unplatt­bare“ Reifen nicht geschützt. Oft entstehen Pannen auch dadurch, dass sich auf der Gummi-Lauffläche winzige Risse bilden, in die sich dann Steinchen oder Splitter einarbeiten.

Schlauchlose Reifen

Daneben sind in jüngster Zeit schlauchlose Reifen aufgekommen. Sie erfordern spezielle Felgen und werden vor allem im sport­lichen Bereich und an Mountain­bikes verwendet. Sie sind weniger pannen­anfäl­lig, zur Montage muss jedoch eine Dicht­milch verwendet werden. Deren Hand­habung ist nicht jeder­manns Sache.

Gummi für die Haftung

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Leichter Tourenreifen mit Grip durch die Noppen: Der Schwalbe G-One. © www.schwalbe.com | pd-f

Wie gut ein Reifen haftet, hängt bei Fahrten auf Asphalt vor allem von der Gummi­mischung ab: Je weicher, desto griffiger und weniger halt­bar; je härter, desto halt­barer und weniger griffig. Das Profil ist vor allem bei Fahrten auf unbe­festigtem Unter­grund und auf Schnee wichtig. Den größten Einfluss hat es bei tiefem und weichem Boden.

Für E-Bikes und vor allem für die schnellen S-Pedelecs gibt es spezielle Reifen mit verstärkter Karkasse. Sie müssen wegen der höheren Geschwindig­keit größere Kräfte aufnehmen können.

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Tourenreifen mit deutlichem Profil. © www.schwalbe.com | pd-f

Der richtige Reifen­druck

Wichtig ist der richtige Luft­druck. Er ist vom Reifen­typ und -durch­messer abhängig. Zwanzig Milli­meter schmale Renn­reifen brauchen 8 bar und mehr, bei fünf Zenti­meter breiten und dickeren Mountain­bike-Reifen fürs Gelände können schon weniger als 2 Bar reichen. Weniger Druck bedeutet mehr Komfort beim Fahren.

Pannenrisiko bei zu wenig Druck

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Quetschung eines Reifens mit zu wenig Druck. © www.schwalbe.com | pd-f

Bei zu geringem Luft­druck steigt nicht nur der Roll­widerstand, sondern auch das Pannenrisiko. Bord­steinkanten oder größere Steine können bis auf die Felge durch­schlagen. Der Schlauch bekommt dann dort zwei kleine Löcher, wo das Hindernis auf die Felge gestoßen ist. Schlangenbiss nennen Radler solche Pannen.

Roll­widerstand

War man früher der Meinung, dass schmale Reifen den geringsten Roll­widerstand bieten, so haben jüngste Tests ergeben, dass etwas breitere Reifen (bis 28 Milli­meter) sogar weniger Roll­widerstand haben. Der Roll­widerstand resultiert aus der Material­verformung des Reifens während der Bewegung. Dünne Reifen haben eine schmalere, aber längere Aufstands­fläche als breite, sie werden verhält­nismäßig „unrunder“ als ein breiter Reifen.

Mit Reifen ab zirka 32 Milli­metern Breite ist man aber im Gelände im Vorteil. Deswegen sind solche Reifen auf den meisten Trekkingrädern montiert.

Sommer- und Winterreifen fürs Fahr­rad

Auch fürs Fahr­rad gibt es spezielle Sommerreifen (mit wenig Profil) und spezielle Winterreifen. Diese zeichnen sich durch eine besondere Gummi­mischung aus, sind bei tiefen Temperaturen elastischer, bieten besseren Grip und können auch auf kurzen Eispassagen helfen.

Im Winter sind Spikes erlaubt

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Spikes­reifen sind eine gute Wahl auf Eis und festem Schnee. © www.schwalbe.com | pd-f

Bei schwierigen Witterungs­bedingungen helfen Spikereifen, die in Deutsch­land für Radfahrer erlaubt sind. Sie müssen allerdings zuvor einge­fahren werden, und die kleinen Stahlpins nutzen sich auf Asphalt schnell ab. Zudem sind sie laut, und das Voran­kommen wird verlang­samt.

Fahr­radschläuche: Latex oder Butyl?

Die allermeisten Reifen brauchen einen Schlauch. Latex ist elastischer als Butyl und Polyurethan und wird gern an Renn­radreifen verwendet. Latex-Schläuche rollen leichter und bieten weniger Widerstand als Butyl-Schläuche. Aber sie halten die Luft weniger gut und sind nicht so pannensicher wie Butyl-Schläuche. Butyl ist etwas schwerer, hält dafür aber die Luft besser. Für den Alltag sind Butyl-Schläuche klar zu empfehlen.

Regel­mäßig Reifen­druck prüfen

Unabhängig vom Material ist es normal, dass Fahr­radreifen Luft verlieren. Am Alltags­rad sollte man etwa einmal im Monat nach dem richtigen Reifen­druck schauen. Auch auf den Roll­widerstand haben Schläuche Einfluss.

Tipp: Den korrekten Luft­druck zeigen Tabellen im Internet, zum Beispiel die des Schlauch­herstel­lers Schwalbe.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

thomas.engelhardt am 19.06.2022 um 21:06 Uhr
Nabenmotor kann rekuperieren

Beim Vergleich der Motortypen fehlt beim Nabenmotor als Vorteil die Möglichkeit, bei Bergabfahrten Energie in den Akku zurück zu speisen. Hier wäre insgesamt mal eine genauerer Vergleich zwischen der Effizienz eines Mittelmotors und eines Hinterrad Nabenmotors interessant gewesen. So fehlt meines Wissens bei den Hinterradnaben Motoren (Gudereit e-13) die Möglichkeit, dass beim Bremsen zunächst automatisch rekuperiert wird, bis die gewünschte Verzögerung nicht mehr allein durch das rückspeisen des Motors geleistet werden kann. Andererseits entfallen beim Nabenmotor die Verluste über den Antriebsstrang, hier wäre die Frage wie vor diesem Hintergrund das geringere Drehmoment des Nabenmotors zu bewerten ist.

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.05.2022 um 13:20 Uhr
Über­setzungs­verhältnis

@Danke_für_den_Fisch: „Übersetzungsverhältnis“ ist umgangssprachlich nicht falsch und wird daher häufig verwendet, um den Unterschied zwischen kleinstem und größtem Gang anzugeben.

Danke_für_den_Fisch am 26.05.2022 um 21:52 Uhr
Rechtschreibung

Sollte es nicht "Übersetzungsbandbreite" anstelle von "Über­setzungs­verhältnis" heissen?

minellikari am 09.05.2021 um 13:21 Uhr
Es ist Geschmacksache. Mein Geschmack: Nabenmotor

Persönlich würde ich meinen Nabenmotor nicht gegen einen Mittelmotor eintauschen. Auch nicht bergauf (ich wohne in einer Stadt in den Voralpen, es ist nirgends flach).
Namentlich die Aussage im Beitrag: "das Fahr­gefühl ähnelt sehr stark dem bei einem konventionellen Fahr­rad" kenne ich selbst nur vom Nabenmotor, und nicht von den Mittelmotoren, die ich bis jetzt getestet habe. Ich kenne natürlich nicht alle. Jene Vielfahrer e-Biker, die ich kenne, die täglich bis zu 60km fahren, sind alle auf Nabenmotoren umgestiegen und wollen nicht mehr zurück.
Was ich übrigens nicht zu vernachlässigen finde, ist die Energierückgewinnung. Ich habe oft gelesen, sie nütze wenig.Mir hilft sie zu geschätzt 20-30% mehr Reichweite, natürlich nur im unebenen Gelände. Und gezielt eingesetzt. Es geht dann halt weniger flott bergab...
PS: Bitte keine überbordenden Emotionen in den Antworten. Es geht ja auch freundlich, sachlich und unpersönlich 👍 🤗

B.Klaas am 16.03.2021 um 09:53 Uhr
Strix.Aluco Kommentar hilfreich

Wie kann man bei einem Kommentar (Strix.Aluco) auf „Daumen hoch“ klicken, wenn man versehentlich „Daumen runter“ berührt hat?