Fahr­radreifen: Pannensicher, griffig und schnell soll er sein

Großen Einfluss aufs Fahr­verhalten haben die Reifen. Sie müssen nicht nur luft­dicht sein und bleiben, sondern möglichst viel Haftung zur Fahr­bahn vermitteln und wenig Roll­widerstand bieten. test.de erklärt, worauf es ankommt.

Gürtel für die Sicherheit

Für die Pannensicherheit sorgen bei hoch­wertigen modernen Reifen spezielle Gewe­begürtel aus synthetischen Fasern. Damit sind selbst schmale und leichte Renn­radreifen weit­gehend sicher vor Pannen durch Splitter und Scherben. Bei breiteren Reifen sinkt das Risiko weiter. Praktisch unzerstör­bar sind Reifen mit spezieller Pannen­schutz­schicht. Sie sind allerdings schwer und rollen manchmal spür­bar schlechter als normale Reifen. Aber: so unplatt­bar, wie manche Werbung verspricht, sind auch diese Reifen nicht. Gegen Stiche von der Seite und Verschleiß­erscheinungen am Schlauch durch Reibungen von innen sind auch „unplatt­bare“ Reifen nicht geschützt.

Gummi für die Haftung

Wie gut ein Reifen haftet, hängt bei Fahrten auf Asphalt vor allem von der Gummi­mischung ab: Je weicher, desto griffiger und desto weniger halt­bar; je härter, desto halt­barer und desto weniger griffig. Das Profil ist vor allem bei Fahrten auf unbe­festigtem Unter­grund und auf Schnee wichtig. Den größten Einfluss hat es bei tiefem und weichem Boden.

Renn­reifen brauchen mehr Druck

Wichtig ist der richtige Luft­druck. Er ist vom Reifen­typ und -durch­messer abhängig. Zwanzig Milli­meter schmale Renn­reifen brauchen acht und mehr Bar Hoch­druck, bei fünf Zenti­meter und dickeren Mountain­bike-Reifen fürs Gelände können schon weniger als zwei Bar locker reichen. Bei zu geringem Luft­druck steigt nicht nur der Roll­widerstand, sondern auch das Pannenrisiko. Bord­steinkanten oder Steine können bis auf die Felge durch­schlagen. Der Schlauch bekommt dann zwei kleine Löcher, wo die Kante auf die Felge gestoßen ist. Schlangenbiss nennen Radler solche Pannen.

Wenn der Reifen mehr Luft­druck verträgt als die Felge

Bei sehr breiten Reifen zu beachten: Sie zerren bei gleichem Luft­druck viel stärker an der Felge als schmalere. Zuweilen verträgt der Reifen mehr Luft­druck als die Felge. Vor allem Mountain­biker, die ihre zwei oder mehr Zoll dicken Reifen für Straßentouren besonders hart aufpumpen wollen, sollten vorher in die Produkt­informationen schauen oder beim Hersteller nach­fragen, ob das die Felge auch aushält. Oder er prüft selbst: Die Luft aus dem Reifen lassen und die Felgenbremse so eng einstellen, dass sich das Rad gerade noch frei dreht. Wird das Rad dann auf auf den gewünschten Druck aufgepumpt muss es sich immer noch frei drehen lassen Wenn nicht, ist der Druck zu hoch oder die Felge verschlissen.

Schläuche aus Latex oder Butyl

Der Roll­widerstand hängt außer von Fahr­bahn­oberfläche, Luft­druck und Gewichts­belastung auch von der Flexibilität und vom Profil des Reifens ab. Nicht oder wenig profilierte Renn­reifen mit dünnen und flexiblen Decken rollen am besten. Sogar die Schläuche haben mess­baren Einfluss. Schläuche aus dünnem und hoch­elastischen Latex sind effizienter als herkömm­liche Butyl-Schläuche. Allerdings sind sie auch anfäl­liger für Pannen und halten die Luft weniger gut.

Im Winter sind Spikereifen erlaubt

Auch fürs Fahr­rad gibt es spezielle Sommerreifen (mit wenig Profil) und spezielle Winterreifen. Diese zeichnen sich durch eine besondere Gummi­mischung aus, sind bei tiefen Temperaturen elastischer, bieten besseren Grip und können auch auf kurzen Eispassagen helfen. Bei argen Witterungs­bedingungen helfen Spikereifen, die in Deutsch­land für Radfahrer erlaubt sind. Sie müssen allerdings zuvor einge­fahren werden, und die kleinen Stahlpins nutzen sich auf Asphalt schnell ab. Zudem sind sie laut, und das Voran­kommen wird verlang­samt.

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