Fahr­radtaschen im Test

So haben wir getestet

Fahr­radtaschen im Test

  • Testergebnisse für 10 Fahr­rad-Tourentaschen 06/2019 Anzeigen
  • Testergebnisse für 10 Fahr­rad-Citytaschen 06/2019 Anzeigen
Inhalt

Im Test: 20 Fahr­radtaschen zur Befestigung am Gepäck­träger (10 Touren- und 10 Citytaschen). Wir kauf­ten sie im Dezember 2018. Die Preise ermittelten wir im April 2019 durch eine Befragung der Anbieter.

Hand­habung: 50 %

Ein Experte evaluierte die Gebrauchs­anleitungen unter anderem hinsicht­lich des logischen Aufbaus, der Über­sicht­lich­keit, Lesbarkeit, Verständlich­keit, und Voll­ständig­keit. Er bezog auch eine eventuell beiliegende Kurz­anleitung mit ein. Fünf Nutzer bewerteten, wie lange die Erst­installation und das Anpassen an unterschiedliche Gepäck­träger dauerte. Sie über­prüften auch, ob Werk­zeuge dafür nötig waren und ob sie mitgeliefert wurden. Sie beur­teilten, wie einfach das Anbringen von voll­gepackten Taschen an Gepäck­träger unddas Abnehmen gelang. Hier wurde bewertet, ob sich die Taschen verhaken oder verklemmen, ob der Vorgang auch mit einer Hand auszuführen ist und ob das erfolg­reiche Anbringen durch ein Geräusch signalisiert wird. Weiterhin beur­teilten sie das Öffnen und Schließen. Dazu öffneten und schlossen sie sämtliche Verschlüsse mehr­mals mit einer und mit beiden Händen und schätzten die Leicht­gängig­keit ein. Sie benoteten das Beladen und Entnehmen, indem sie einschätzten, ob genügend und gut zugäng­liche Innen- und Außentaschen vorhanden sind, um zum Beispiel Smartphones, Schlüssel oder Kleidungs­stücke wieder auffinden zu können. Außerdem testeten sie, ob die Taschen auf ebenem Unter­grund von allein stehen und ab welchem Winkel sie beginnen umzu­kippen oder zu rutschen. Die Nutzer trugen die Taschen über längere Stre­cken umher, sowohl an Griffen, als auch - falls vorhanden - an Tragegurten. Sie beur­teilten, ob die Griffe gut in der Hand liegen, die Schwer­punkt­verteilung angenehm ist, und ob Gurte oder Riemen einschneiden. Beim Fahren testeten sie etwa, ob die Taschen bei unterschiedlichen Fahr­bahn­oberflächen klappern oder quietschen, ob sie das Fahr­verhalten verändern oder die Bewegungs­freiheit der Füße einschränken. Auch auftretende Defekte wurden bewertet. Nach Abschluss des Fahrtests bewerteten die fünf Nutzer den Aufwand für das Reinigen der Tasche.

Halt­barkeit und Wasser­dicht­heit: 40 %

Fahr­radtaschen im Test - Schon ab 26 Euro gut unterwegs
Korrosion. Nach der Prüfung im Salz­sprüh­nebel hatte die Citytasche von Haber­land Rotrost angesetzt. © Stiftung Warentest

Die Wasser­dicht­heit wurde in Anlehnung an DIN EN 60529 in einer Beregnungs­anlage geprüft. Dabei mussten die Tourentaschen eine Prüfung nach IPX4 und die Citytaschen eine Prüfung nach IPX3 bestehen. Im Fall­test wurden die Taschen zwölf Mal aus einem Meter Höhe fallen gelassen. Dies geschah bei 23 Grad Celsius und -10 Grad Celsius auf die Unter- und Vorderseiten der Taschen. Die Halt­barkeit von Griffen, Verschlüssen und Gewebe prüften die Tester in Anlehnung an DIN EN ISO 11243 an einem Gepäck­träger­prüf­stand, indem durch einen Trommel­prüf­stand 300 000 Stöße mit unterschiedlichen Geschwindig­keiten auf die Befestigung am Gepäck­träger gegeben wurde. Nähte und Reiß­verschlüsse prüften sie auf Quer­festig­keit, alle Funk­tions­teile - wie Reiß- und Klett­verschlüsse, Schlösser, Schnapp- und Steck­verschlüsse - öffneten und schlossen sie 600 Mal bei 23 Grad Celsius und -10 Grad Celsius. Die Taschen wurden 5 000 Mal ange­hoben und wieder abge­setzt. Das Taschenmaterial wurde in Anlehnung an DIN EN ISO 12947–1 und 2 mit dem Martindale­verfahren bei 20.000 Reib­touren auf Halt­barkeit über­prüft. Ob Teile rosten, testeten wir in Anlehnung an ISO 9227 mittels einer Salz­sprüh­nebelprüfung. Die Qualität der Verarbeitung prüfte ein Experte. Er achtete auf sicht­bare Fehler der Verarbeitung, Beschädigungen und Mängel des Materials. Er beur­teilte auch, wie reparaturfreundlich die Taschen sind und prüfte, welche Ersatz­teile die Anbieter offerieren.

Sicherheit: 5 %

Ein Experte über­prüfte, ob beim täglichen Gebrauch Verletzungs­gefahren bestehen, etwa durch scharfe Kanten, Grate, sowie Klemm-, Quetsch und Scher­stellen. Er schätzte ein, ob Teile Unfall­gefahren bergen könnten, etwa durch Hinein­ragen in sicher­heits­relevante Fahr­radkomponenten wie Pedale, Radspeichen, Antriebs­kette, Brems­system. Wir prüften auch, ob Reflektoren vorhanden und im Dunkeln gut sicht­bar sind.

Schad­stoffe: 5 %

Wir prüften Griffe, Trage­riemen sowie Haupt-Obermaterial auf Phthalate und poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK). Produkte aus Naturleder prüften wir auf Chrom VI und Chlorphenole.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Mängel verstärkt auf das Qualitäts­urteil auswirken. War die Gebrauchs­anleitung mangelhaft, wurde das Urteil für Hand­habung um eine halbe Note abge­wertet. War das Anbringen und Abnehmen der Taschen ausreichend, wurde die Hand­habung um eine Note abge­wertet. Lautete das Urteil für Hand­habung ausreichend, konnte das Qualitäts­urteil maximal eine halbe Note besser sein. War die Wasser­dicht­heit mangelhaft, konnten Halt­barkeit und Wasser­dicht­heit bei Citytaschen maximal eine halbe Note, bei Tourentaschen nicht besser sein. War die Halt­barkeit von Griffen, Verschlüssen, Gewebe ausreichend, konnten Halt­barkeit und Wasser­dicht­heit maximal eine halbe Note besser sein. Waren Halt­barkeit und Wasser­dicht­heit mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein. War der Fall­test ausreichend, konnte Halt­barkeit und Wasser­dicht­heit maximal 1,5 Noten besser sein. War die Sicht­barkeit im Dunkeln mangelhaft, konnte die Note für die Sicherheit maximal 1,5 Noten besser sein. Lautete die Note für Schad­stoffe ausreichend, konnte das Qualitäts­urteil maximal eine Note besser sein. Lautete die Schad­stoff­note mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein.

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21 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.10.2020 um 17:08 Uhr
Nutzungsgrundlagen

@bar66bara: Die mit einem Abo verbundenen Rabatte gewähren wir nur noch Direktabonnenten. Wir verweisen auf unsere Nutzungsgrundlagen unter https://www.test.de/nutzungsgrundlagen/

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bar66bara am 04.10.2020 um 13:17 Uhr
Test freischalten

Warum muss ich fürs freischalten noch eine Gebühr zahlen ich habe Test und finanztest im Abonnement

Bruno.Kleinhenz am 28.06.2020 um 07:10 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 08.06.2020 um 13:09 Uhr
Fahren über Bordsteinkanten

@gerwinmaria: Wir haben die Befestigungseinrichtungen ausgiebig geprüft. Sie wurde auf einem Rollenprüfstand mit 200.000 Stoßimpulsen bei 8 km/h und mit 100.000 Stoßimpulsen bei 12 km/h getestet. Die Prüfleisten waren 1 cm hoch. Dabei ist die Tasche nicht abgefallen. Es wäre nicht plausibel, dass die Tasche bei 3 cm dann plötzlich abfällt. Die Vaude Augsburg hat ein Verschlusssystem, bei dem man nach dem Aufsetzen der Tasche auf den Gepäckträgerholm einmal fest gegendrücken muss, sodass die beiden Verschlüsse einrasten. Man hört deutlich ein Klicken, Sie öffnen danach nur, wenn man an dem Seilgriff nach oben zieht. Vielleicht liegt es an einer fehlerhaften Anbringung. (RG/mk)

gerwinmaria am 06.06.2020 um 12:07 Uhr
Testsieger nicht praxistauglich

Der von Ihnen propagierte Testsieger ist meiner Meinung nach nicht praxistauglich. Habe mir die Vaude Augsburg nach dem Test gekauft und bin schwer enttäuscht. Benutze sie um damit zur Arbeit zu fahren und bin heilfroh dass ich am Anfang meinen Laptop nicht mit genommen habe. Sobald man auf dem Radweg einen Bordstein überquert der höher als 3 cm ist und man mehr als 15 km/h drauf hat löst sich entweder die Halterung vom Gepäckträger oder die Tasche von der Halterung und diese fällt auf die Strasse! Dabei ist es unerheblich ob die Tasche fast leer ist oder ob man 2-3 Bücher oder ähnliches dabei hat. Leider wurde das bei den Prüfmethoden anscheinend gar nicht berücksichtigt, dabei sollte dieser Punkt doch ganz oben auf der Liste stehen.