Fahr­radschloss Test

Mehr als 300 000-mal pro Jahr schlagen Fahr­raddiebe in Deutsch­land zu. Miese Schlösser erleichtern ihnen die Arbeit. Im Test mussten 30 Bügel-, Falt-, Ketten- und Panzer­kabelschlösser (Preise: 15 - 125 Euro) zeigen, wie gut sie brutalen und intelligenten Aufbruchs­versuchen standhalten. Nur jedes vierte Schloss erzielt am Ende ein gutes test-Qualitäts­urteil. Etliche Modelle sind recht leicht zu knacken, enthalten Schad­stoffe oder rosten und werden daher abge­wertet.

Kompletten Artikel freischalten

TestFahr­radschloss15.05.2015
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 10 Seiten).

Brutal oder intelligent

Die Anforderungen für ein gutes test-Qualitäts­urteil sind hoch. In den Test­labors sind drei Prüfer vor allem „fürs Grobe“ zuständig und gehen mit Bolzen­schneider, Säge und anderen Werk­zeugen brutal zur Sache. Sie suchen gezielt nach Schwach­punkten – genau wie erfahrene Fahr­raddiebe, die es auf hoch­wertige Räder abge­sehen haben. Ein anderer Experte konzentriert sich auf seine geschickten Hände und versucht, den Schließ­mecha­nismus intelligent zu über­listen – auch mit Hilfe professioneller Werk­zeuge. Mess­geräte liefern genaue Daten, etwa zur exakten Schneid­festig­keit der verwendeten Kettenglieder. Von jedem Modell werden mindestens zehn Exemplare getestet – insgesamt müssen also über 300 Schlösser in den Härtetest.

Knacken gegen die Uhr

Audio
Audio abspielenLautstärke einstellen

Der Audio-Podcast zum Thema Fahr­radschlösser.

Kein Fahr­radschloss bietet absolute Sicherheit. Doch Fahr­raddiebe stehen unter Zeit­druck. Je länger sie auffällig mit Werk­zeugen hantieren, desto höher ist ihr Risiko, ertappt zu werden. Aufbruchs­versuche sind zudem enorm anstrengend. An hoch­wertigen Schlössern verzweifeln Diebe früh­zeitig und kapitulieren entnervt. Im Ideal­fall lassen sie sich sogar von vorn­herein abschre­cken. Bei den Tests tickt immer die Stopp­uhr: Für jeden Knack­versuch stehen exakt 180 Sekunden zur Verfügung. Ob oder wie schnell ein Schloss zu knacken ist, macht die Unterschiede aus. Beur­teilt wurde auch der Schwierig­keits­grad.

Von den Falt- und Kettenschlössern sind nur zwei gut

Welches Schloss sich wie öffnen lässt, bleibt das wohl­gehütete Geheimnis der Stiftung Warentest. Die Unter­suchung soll den Radlern dienen, nicht den Dieben. Im Vergleich erweisen sich Bügelschlösser als am widerstands­fähigsten. Doch auch in dieser Gruppe fand sich eines, das bei einzelnen Knack­versuchen keine drei Minuten standhielt. Flexibler und weniger sper­rig sind Falt- beziehungs­weise Kettenschlösser. Hier erzielten lediglich zwei Produkte – je ein Falt- und ein Ketten­schloss – gute test-Qualitäts­urteile.

Schad­stoffen auf der Spur

Wer zum Fahr­radschloss greift, sollte sich nicht sorgen müssen, mit Schad­stoffen in Berührung zu kommen. Einige Modelle sind in dieser Hinsicht unsichere Kandidaten. So entdeckten die Chemiker in den Kunst­stoff­beschichtungen von vier Bügelschlössern große Mengen des problematischen Weichmachers Dietylhex­ylph­thalat (DEHP). Über Haut­kontakt kann diese Chemikalie in den menschlichen Organismus gelangen und repro­duktions­toxisch wirken, also die Frucht­barkeit beein­trächtigen.

Unterschiedlich halt­bar

Die auf Dauer größten Feinde einer Fahr­radsicherung sind neben Dieben auch Dreck, Rost und verbogene Schlüssel. Die Tester über­prüften die Stabilität der Schlüssel und kontrollierten, ob sie im verbogenen Zustand noch funk­tionieren. Das klappte nicht immer. Auch gegen das Eindringen von Schmutz sind die Schließ­zylinder unterschiedlich gut geschützt. Ein Ketten­schloss kann so stark rosten, dass der Schließ­mecha­nismus versagt.

Geschmacks­sache

Einzelne Schlösser lassen sich verriegeln, ohne den Schlüssel zu verwenden. Motto: Einfach zusammen­stecken – und zu ist es. Diese Eigenschaft fließt allerdings nicht in die Bewertung ein. Einige Nutzer schwören auf diese Technik und finden sie praktisch. Andere Radler sehen das Risiko abzu­schließen, auch wenn der Schlüssel versehentlich zuhause liegen gelassen wurde.

Schwergewichte nichts für unterwegs

Je schwerer die Sicherungen, desto mehr stören sie beim Fahren. Einige wiegen mehr als zwei Kilogramm. Eine Alternative zum Mitnehmen kann der stationäre Einsatz sein: Dort wo das Fahr­rad regel­mäßig für längere Zeit steht, hängt das Schloss dann Tag und Nacht, zum Beispiel im Fahr­radkeller, im Hinterhof oder an der Abstell­anlage des Arbeit­gebers. Für unterwegs kauft sich der Radler eine leichte Zweitsicherung.

Jetzt freischalten

TestFahr­radschloss15.05.2015
2,50 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 10 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7 € pro Monat oder 50 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 11 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 130 Nutzer finden das hilfreich.