Fahr­radschläuche im Test Nicht ganz dicht

Fahr­radschläuche im Test - Nicht ganz dicht
Die Nagel­probe besteht kaum ein Schlauch im Test. © iStockphoto

Die Tage werden kürzer und kühler, viele Radler holen ihren Draht­esel seltener aus dem Stall. Umso wichtiger, dass er dann auch genügend Luft in den Reifen hat und nicht vor jedem Ausritt erst die Fahr­radpumpe bemüht werden muss. Die Tester der Schweizer Zeit­schrift K-Tipp haben „Velo­schläuche“ untersucht. Fazit: Vielen Fahr­radschläuchen für City- und Trekkingräder geht schnell die Luft aus. Und gegen spitze Gegen­stände bieten sie wenig Schutz.

Die Mehr­zahl enttäuscht

Sieben von zwölf Schläuchen für 28-Zoll-Fahr­räder schnitten bei K-Tipp nur genügend oder ungenügend ab. Das entspricht der Note Ausreichend oder Mangelhaft in der Bewertungs­skala der Stiftung Warentest.
Zum Test Fahrradschläuche von K-Tipp (kosten­pflichtig)

Schwalbe und Vittoria vorn

Am besten waren Schwalbe 700c SV 17 und Vittoria Ultra­lite City-Trekking. Beide verloren nach 24 Stunden nur 0,3 bar an Druck. Der Schutz vor Bord­steinkanten, Nägeln oder Scherben ist bei beiden aber nur mäßig. In diesem Prüf­punkt siegte der Prophete Gruppen­schlauch. Der robuste Schlauch von Prophete verliert aber relativ viel Luft: nach 24 Stunden 1,1 bar. Das ergibt zwar noch keinen Platten, der Luft­verlust ist beim Fahren aber deutlich spür­bar. Auch ist der Prophete mit 245 Gramm der schwerste Fahr­radschlauch im Test. Der Schwalbe 700c SV 17 wiegt 160 Gramm, der Vittoria ist mit 124 Gramm der Leichteste im Test­feld.

Veröffent­lichungen der Stiftung Warentest zum Thema Fahr­rad

Tests.
Die Stiftung Warentest hat kürzlich 20 Trekkingräder geprüft, und zwar jeweils die Damen- und die Herren­variante. Die fahr­stabilsten Damen­räder stellen sogar einige Herrenräder in den Schatten. Bei unserem Test von Fahrradschlössern über­zeugten Bügelschlösser am meisten. Wann eine Fahr­radversicherung sinn­voll ist und wann die Hausrat­police reicht, zeigt unser Test Fahrradversicherung.
Specials.
Wie Sie gut und sicher in die Gänge kommen, worauf Sie beim Fahr­radkauf achten müssen, und welche Regeln fürs Radeln gelten, erklären wir in unserem Special Was Radler wissen müssen. Von Reifen über Bremsen bis Schaltungen: Unser großes Special Fahrradtechnik erklärt die wichtigsten Begriffe und Techniken und gibt einen Über­blick über die gängigsten Produkt­typen.
Ratgeber.
Kauf, Technik, Wartung: Unser Fahrradbuch liefert alle wichtigen Infos auf einen Blick. 120 fotografierte Anleitungen von „Achter entfernen“ bis „Tret­lager austauschen“ bietet unser Buch Fahrradreparaturen einfach selber machen, das für 24,90 Euro im test.de-Shop erhältlich ist. Eine praktische Kurz­variante für unterwegs bietet unser E-Book Fahrradreparaturen für unterwegs (3,99 Euro).

Michelin trotzt Nägeln und Scherben am besten

Insgesamt gut und in Deutsch­land erhältlich sind noch die Schläuche Michelin Airstop Butyl und BBB Biketube BTI-82. Die Experten pumpten die Reifen auf 6,6 bar auf. Das Rad wurde so belastet, dass auf der Kontakt­stelle des Reifens mit dem Boden genau 100 Kilogramm Gewicht lasteten. Dann maßen sie den Druck­verlust in den folgenden Stunden. Beim Nageltest wurde der Druck mit dem Nagel schritt­weise erhöht, bis der Schlauch ein Loch hatte. Der Michelin schnitt in der Unter­disziplin Nägel und Scherben noch ein biss­chen besser ab als der Prophete, schwächelte aber ähnlich wie der Schwalbe und der Vittoria beim Fall­test auf Bord­steinkanten.

Wenn der Schlauch kaputt ist

Wer eine Panne hat, braucht gutes Fahr­rad-Flick­zeug. Das hat K-Tipp 2015 letzt­mals getestet. Mit sehr gut wurden damals bewertet: Rema Tip-Top TT01 Tour Reparatur Set, Cult Bike Parts Fahr­rad-Flick­zeug und Lezyne Metal Kit.

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Kaledo am 18.10.2017 um 15:42 Uhr
@alexki

6,6 Bar sind kein Problem. Jede Standpumpe schafft das spielend; Marken-Handpumpen auch - wenn auch mit etwas mehr Anstrengung.
Ich fahre auf meinem Klapprad (16 Zoll) 7,5 Bar; auf dem Cityrad 7 bar und rolle so mit meinen 95 kg Gewicht ganz ausgezeichnet durch die Gegend. Zugegeben: nützlich dabei ist allerdings ein gefederter Sattel.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.10.2017 um 15:33 Uhr
6,6 bar

@alexki
Beschrieben wird hier das Testszenario. Unsere Schweizer Kollegen wollten ja wissen, wie viel der jeweilige Schlauch aushält. In unserem Artikel geben wir genau den Testbericht von K-Tipp wieder.
(aci/fmu)

alexki am 18.10.2017 um 12:52 Uhr
6,6 Bar?

den Radfahrer auf einem Citybike oder Trekkingbike möchte ich sehen, der mit 6,6 bar unterwegs ist. Die wenigsten werden überhaupt eine Luftpumpe besitzen, die 6,6 bar schafft...

Kaledo am 27.09.2017 um 16:15 Uhr
Sind die Schäuche wirklich Schuld,

wenn z.B. ein Reißnagel genau richtig liegt und dem Reifen die Luft ausgeht?
Ist der Schutz davor nicht allein Sache des Mantels?