So haben wir getestet

Im Test: Gemein­sam mit dem ADAC testeten wir 11 Fahr­radhelme für größere Kinder und 8 Fahr­radhelme für Klein­kinder, einge­kauft zwischen Dezember 2015 und Februar 2016.

Die Preise ermittelten wir durch eine Befragung der Anbieter im April 2016.

Unfall­schutz 50 %

Die Stoß­dämpfung wurde mit einem Prüf­kopf nach Din EN 960: 2006 getestet, bei minus 20 und plus 50 Grad Celsius. Die Prüfungen erfolgten in Anlehnung an Din EN 1078: 2014–04, allerdings mit einer erhöhten Aufprall­geschwindig­keit. Diese betrug zirka 5,42 Meter pro Sekunde auf Bord­stein sowie zirka 6 Meter pro Sekunde auf einen flachen Sockel. Die Aufprall­punkte am Helm waren frontal, hinten, seitlich sowie vorn links und vorn rechts. Neben der maximalen linearen Verzögerung wurde auch der HIC-Wert (Kopf-Verletzungs-Faktor) zur Beur­teilung heran­gezogen.

Die Erweiterte Stoß­prüfung führten die Prüfer mit einem Hybrid III-Prüf­kopf durch und bezogen die Einwirk­zeit des Stoßes sowie die Rotations­bewegungen mit ein. Sie bestimmten dabei das Verletzungs­risiko mittels einer Finite-Elemente-Simulation der Kopf­belastungen mit dem Straß­burger Kopf­modell (SUFEHM) über die Dehnung der Nervenfasern beziehungs­weise mit der Von-Mises-Spannung. Zudem bewerteten sie, ob ein erweiterter Schutz im Schläfen­bereich vorhanden ist.

Bei der Abstreifsicherheit prüften die Tester in Anlehnung an Din EN 1078: 2014–04, ob sich der Helm mit einem Zehn-Kilogramm-Gewicht nach vorn und nach hinten vom Prüf­kopf ziehen lässt.

Bei der Belast­barkeit von Riemen und Schloss prüften wir die dyna­mische und statische Längen­änderung mit einer Belastung von 9 Kilogramm (inklusive 4 Kilogramm Schlaggewicht) – also ob der Kinn­riemen ausleiert. Ferner ermittelten wir, ob sich der Verschluss unter Belastung mit einer Hand öffnen lässt.

An der Konstruktion von Riemen, Schloss und Kopf­band ermittelten wir, ob sich das Gurt­system unbe­absichtigt verstellen kann, ob sich Verschlüsse unbe­absichtigt abstreifen lassen und ob vom Verstell­ring des Kopf­bandes eine Verletzungs­gefahr ausgeht. Zwei Experten beur­teilten die Erkenn­barkeit im Dunkeln von vorn, hinten und der Seite.

Hand­habung, Komfort 40 %

Ein Experte beur­teilte die Gebrauchs­anleitung und ob die Kenn­zeichnung im Helm nach Din EN 1078: 2014–04 6+7 voll­ständig und lesbar ist. Je sechs Kinder und Klein­kinder beur­teilten das Anpassen, Aufsetzen sowie Absetzen der Helme unter anderem im Hinblick auf Möglich­keiten und Leichtig­keit der Einstel­lungen und Verschlüsse. Die Aussagen der Klein­kinder wurden durch die Eltern gestützt.

Unter Komfort, Pass­form, Kinn­riemen, Schloss bewerteten die Probanden etwa, ob das Material kratzt, ob Schloss oder Polster verrutschen sowie den Komfort beim Tragen und beim Fahren – auch mit Brille. Die Belüftung während der Fahrt bewerteten wir mittels Thermo­grafie­verfahren. Dabei wurde der Helm auf einen vorgeheizten Prüf­kopf gesetzt (1 Stunde bei 60 Grad Celsius) und 120 Sekunden mit Umge­bungs­luft angeströmt. Danach erfolgte eine Flächen­messung der Temperatur auf dem Prüf­kopf. Weiterhin beur­teilten wir eine eventuelle Einschränkung des Sicht­felds durch den Helm. Wir bewerteten zudem, wie komfortabel sich Innen­polster und Außenschale reinigen lassen.

Hitze­beständig­keit 5 %

Die Helme lagerten vier Stunden bei 75 Grad Celsius. Nach dem Abkühlen auf Raum­temperatur beur­teilten wir unter anderem Farb- und Material­ver­änderungen an Verklebungen, Pads, Schalen und Halte­system.

Schad­stoffe 5 %

Wir prüften Teile mit Haut­kontakt wie Riemen, Verschlüsse und Polster auf Phthalate und PAK (poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe), angelehnt an die GS-Spezifikation AfPS GS 2014:01 PAK.

Abwertungen

Bewerteten wir den Unfall­schutz mit befriedigend, konnte das test-Qualitäts­urteil maximal 0,3 Noten besser sein. Maximal eine halbe Note konnte es besser sein, wenn die Hitze­beständig­keit ausreichend oder schlechter war. Maximal eine Note besser konnte das Qualitäts­urteil bei einer ausreichenden Note für Schad­stoffe sein. Bewerteten wir die Schad­stoffe mit mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein. Auch bei mangelhaftem Unfall­schutz konnte es nicht besser sein. Bei mangelhafter Abstreifsicherheit konnte der Unfall­schutz maximal eine halbe Note besser sein. War das Urteil für Gebrauchs­anleitung und Kenn­zeichnung ausreichend, wurde Hand­habung und Komfort eine halbe Note schlechter beur­teilt. War die Belüftung nur ausreichend, konnte Hand­habung und Komfort maximal eine Note besser sein.

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TestKinder­fahr­radhelme25.05.2016
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