Fahrradcomputer Test

Wer beim Radeln Tempo und andere Tourdaten im Blick haben möchte, kann sie sich anzeigen lassen – für 8 bis 380 Euro. Die teuren Fahrradcomputer messen auch Puls und Kalorienverbrauch.

Radfahren ist eine der gesündesten und umweltschonendsten Arten der Fortbewegung. Da liegt es nahe, die gute Tat im Detail zu betrachten. Kaum größer als eine Streichholzschachtel, kann ein Fahrradcomputer während der Fahrt viel anzeigen: Geschwindigkeit, Fahrstrecke, Puls, Kalorienverbrauch. Je teurer er ist, desto mehr Daten zeichnet er in der Regel auf.

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Mit zunehmender Datenfülle wird aber auch die Handhabung aufwendiger. Eine wichtige Frage vor dem Kauf sollte daher lauten: Welche Informationen will ich überhaupt haben? Reicht mir ein einfacher Tachometer oder soll es Hightech sein? Sonst gibt man womöglich viel Geld für unnötige Dinge aus und ärgert sich überdies, wenn das Gerät kompliziert zu bedienen ist.

Einfache Fahrradcomputer konzentrieren sich auf die Anzeige wesentlicher Tourdaten wie Tempo und gefahrene Kilometer. Es gibt sie mit Datenübertragung per Kabel oder per Funk (siehe Tabelle). Die Preise für solche einfachen Fahrradcomputer liegen zwischen 8 und 70 Euro im Test.

Für Sportbegeisterte

Fahrradcomputer Test

Multifunktionale Fahrradcomputer sind für Sportler gedacht: Der Brustgurt im rechten Bild unten misst den Puls. Die Kontakteinheiten erfassen die Streckendaten.Alle Daten lassen sich per USB-Stick auf den PC übertragen und auswerten. Ein Armband macht das Gerät zur Sportuhr fürs Lauftraining.

Multifunktionale Fahrradcomputer sind für Sportler gedacht: Der Brustgurt im rechten Bild unten misst den Puls. Die Kontakteinheiten erfassen die Streckendaten.Alle Daten lassen sich per USB-Stick auf den PC übertragen und auswerten. Ein Armband macht das Gerät zur Sportuhr fürs Lauftraining.

Multifunktionale Geräte kosten deutlich mehr – zwischen 150 und 380 Euro in unserem Test. Dafür erfassen sie nicht nur weitere Streckendaten wie Geländehöhe und Steigung, sondern – über einen Brustgurt – auch den Puls des Fahrers, womit sich gezielt trainieren und auch der Kalorienverbrauch abschätzen lässt. Alle Daten lassen sich auf den heimischen PC übertragen und dort anhand der mitgelieferten Software auswerten (siehe Tabelle).

Der Garmin Edge 305 HR hat als einziger Fahrradcomputer im Test einen GPS-Empfänger an Bord. Damit lassen sich die Tourdaten auch geografisch speichern. Eine Karte zum Navigieren kann in diesem Garmin aber nicht hinterlegt werden. Eine interessante Ergänzung bieten speziell für Wanderer und Radler angebotene Navigationsgeräte auf GPS-Basis (siehe „Noch zu haben“).

Magnet an der Speiche

Das Funktionsprinzip der meisten Fahrradcomputer ist einfach: Ein an der Speiche befestigter Magnet kreist an einem an der Gabel angebrachten Sensor vorbei und löst bei jeder Umdrehung einen Impuls aus. Dieser Impuls gelangt per Kabel oder drahtlos per Funk zum Minicomputer am Lenker. Das Gerät von Garmin verwendet zusätzlich die GPS-Daten zum Vermessen der Strecke. Die Trittfrequenz wird über einen Sensor an der Tretkurbel erfasst. Früher waren kabellose Geräte anfällig für elektromagnetische Felder wie Hochspannungsleitungen. Hier gab es diesmal keine Auffälligkeiten.

Batterien für eine Saison

Fahrradcomputer und kabellose Kontakteinheiten brauchen Batterien. Nur der Computer von Garmin besitzt einen festeingebauten Akku. Er liefert Energie für etwa zehn Stunden, was auf längeren Touren ohne Steckdose eng werden kann. Die Ladezeit beträgt rund drei Stunden. Die anderen Fahrradcomputer kommen mit einem Satz Batterien sicher eine Saison lang aus.

Ärgerlich: Beim Polar CS600X ist die Batterie im Geschwindigkeitssensor fest eingebaut. Sobald sie leer ist – laut Anbieter nach drei Jahren –, ist der Sensor Müll. Das kostet nicht nur jedes Mal 50 Euro, sondern belastet vor allem die Umwelt. Die Knopfzelle im Computer des Polar ist zudem ein so seltener Batterietyp, dass Ersatz an manchen Urlaubsorten schwierig zu beschaffen sein wird. Die Montage von Fahrradcomputer und Kontakteinheit dauert meist nur wenige Minuten. Zum Befestigen liefern die Anbieter Kabelbinder oder Ringgummis mit. Nur der Topeak Panoram V10X muss mit kleinen Inbusschrauben angeschraubt werden. Doch der passende Schlüssel liegt nicht bei.

Probleme mit Schlamm

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Der Fahrradcomputer Ventura XIV lief im Regentest mit Wasser voll und war danach defekt. Der Test entspricht einem sehr starken Regenguss. Der Topeak Panoram ließ sich im Regentest nicht mehr bedienen, funktionierte aber nach dem Trocknen wieder.

Um das Signal zwischen Kontaktgeber an der Speiche und Aufnehmer an der Gabel zu übertragen, muss der Radler den Abstand richtig einstellen. Die Anbieter geben dafür ein Höchstmaß vor. Beim Gerät von Penny ist es mit 2 Millimetern sehr knapp bemessen. Wer gern durchs Gelände fährt, könnte Probleme mit anhaftendem Schlamm bekommen. Die meisten anderen erlauben etwa 5 Millimeter.

Nach der Montage müssen die Fahrradcomputer konfiguriert werden. Bei multifunktionalen Geräten kann das einige Zeit dauern (siehe „Tipps“), ebenso die Installation der Software am PC. Die Programme sind auf gängige Betriebssysteme von Microsoft wie Windows XP und Vista ausgelegt, das Garmin läuft auch mit Mac OS X von Apple.

Von grafischen Streckenprofilen bis zu detaillierten Trainingsplänen – die Tourdaten lassen sich am Computer vielfältig auswerten. Allerdings sind die Programme mittlerweile so umfangreich, dass einiges vermutlich für immer ungenutzt bleiben wird – selbst von Sportbegeisterten.

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